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USA Rundreise - 12. Tag - Moab - Bryce Canyon - Kanab

Wetter: sonnig, leicht bewölkt und sehr warm (ca. 36°C)

Wegen des weiten Weges heute ist um 5:00 Uhr wecken, um 6:00 Uhr Abfahrt mit Tanken und Eisfassen und Frühstück im Coffee Shop.

Kurz nach 7:00 Uhr sind wir "on the road again" über die
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Road 191 zurück auf die Interstate 70 bei Crescent, biegen dann ab auf den Highway 24 nach Hanksville. Von hier aus geht es durch das Capitol Reef. Dort machen wir Fotostops an Indianerzeichnungen, die in den Felsen eingeritzt worden sind, fahren weiter an einer Obstanbauschule vorbei, machen Halt am Visitor Center, um uns zu informieren und haben einen tollen Überblick über diese Landschaft am Overlook Point bevor es auf der 24 weitergeht nach Torrey.

Vor dem Erreichen des Park-Gates zum Capitol Reef machen wir eine Rast in der "Luna Mesa",
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einem barackenartigen Flachbau mit Veranda. Hier schwirren Kolibris herum, die mit langem Schnabel ab und zu von der Zuckerlösung, die in den Behältern unter der Verandadecke hängen, naschen. Der Kaffee im Gastraum ist für amerikanische Verhältnisse ungewöhnlich gut. Die Inneneinrichtung gleicht einer Mischung aus "guter Stube", "Omas Strickecke" und "Biergartengestühl".

An den Wänden und Holzsäulen hängen massenweise Visitenkarten, z. B. auch eine von einem BHW-Vertreter aus Bielefeld (man ist also nirgendwo sicher !!). Auch Kevin hat seine "Visitenkarte" in Form einer Ein-Dollar-Note an die Decke gepint. Ingrid und Claudia "verewigen" sich mit flotten Sprüchen Marke "Zehn kleine Negerlein..." im Gästebuch. Neben dem Gebäude sind Indianerzelte aufgestellt, notdürftig mit alten Sofas und Kommoden ausgestattet. Diese Unterkünfte sind zu vermieten.

Wissenswertes über den Capitol Reef N. P.

Dieses wüstenhafte Gebiet mit engen Schluchten, bizarren rötlichen und weißen Felsmassiven und der Water Pocket Fold, einer 160 km langen Aufwölbung der Erdkruste, in der zahlreiche natürliche Felsbecken nach Niederschlägen beträchtliche Mengen Wasser speichern können.

Wissenswertes über Moab

Moab ist eine Stadt mit etwas über 5.000 Einwohnern. Sie ist Ausgangspunkt für die Touren in den Arches N.P. Die ehemalige Mormonenstadt liegt etwa 1.200 m hoch und weist ein relativ mildes Klima auf. Ende des 19. Jahrhunderts machten mehrere Outlaw Banden die Stadt unsicher (u.a. der berüchtigte Butch Cassidy); daher bot sich Moab auch als Schauplatz für mehrere Wildwest-Romane des Schriftstellers Zane Grey an. Ein Bergbau-Boom brach aus, als man um Moab herum Uran entdeckte.

Von Torrey fahren wir auf der Road 12 über Boulder nach Escalante, wo ein Tankwart das große "Pilgern" der Frauen zur Toilette ertragen muss (was der einen ihr Tankwart, ist dem anderen sein Bäumchen....).

Das war nun der letzte Halt vor dem Bryce Canyon. Am Visitor Center lassen wir Claudia und Wolfgang zurück. Sie wollen sich um die Reservierung für Dinner und Rodeo kümmern. Die anderen fahren Richtung Rainbow Point weiter.

Wissenswertes über den Bryce Canyon

Der Park ist ein 146 km2 umfassendes
bryce-canyon
Hochplateau am Ostrand des Paunsaugunt Plateaus im Süden Utahs. Seine zwei unterschiedlichen Landschaftstypen machen den Park so beliebt. Neben dem über 2.400 m hoch gelegenen bewaldeten Plateau, ist besonders der fast vegetationslose Plateaurand sehr reizvoll. Wasser, Schnee und Wind ließen hier bizarre Felsformationen entstehen. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, um Zinnen, Fenster, Tempel, Schlösser und versteinerte Figuren zu erkennen. Im Sonnenlicht leuchten die Felsformen in vielen Farben; rot, gold, gelb, grün und violett. Der höchste Punkt des Parks ist der Rainbow Point, er liegt 2.767 m hoch. Benannt wurde der Bryce Canyon nach dem Mormonen Eberezer Bryce, einem gebürtigen Schotten. 1875 kam der Zimmermann aus Salt Lake City, um den Mormonen beim Aufbau der Siedlungen Paria und Tropic Valley beizustehen. Als erster Weißer errichtete Bryce ein Blockhaus etwa 3 km südlich von Tropic. Er versuchte das Tal zu bewässern und ließ sein Vieh unterhalb des Bryce Amphitheaters weiden. Eine Geschichte erzählt: Eberezer ließ seine Kühe auf dem Plateau des Bryce Canyon weiden. Eine Kuh verirrte sich und Eberezer suchte sie. Tagelang war er unterwegs. Als er entnervt aufgab, beschloss er das Tal zu verlassen. Wieder in Arizona angekommen, erklärte er den Leuten, der Bryce Canyon sei ein "höllischer Ort, eine verirrte Kuh zu suchen".

Das Gebiet des heutigen Nationalparks zählte zum Stammesgebiet des Paiute-Indianer. Sie lebten dort als Jäger und Sammler. Heute leben hier nur noch wenige Angehörige dieses Stammes. Die Dörfer der Pute waren oft den Angriffen benachbarter Ute- und Navajo-Indianer ausgesetzt. Erste Siedlungsversuche weißer Siedler wurden oft durch kriegerische Auseinandersetzungen mit verbündeten Indianern unterbrochen.

Heute ist der Bryce Canyon ein beliebtes Ausflugsziel, besonders für Fotografen.

Bei Farview ist die Strasse wegen Bauarbeiten gesperrt. So müssen wir über den Swamp Point, Insperation- und Sunrise Point zurück, nicht ohne ausgiebig die Faszination der bizarren Felsformationen im Kontrast zwischen Schatten und der Abendsonne genossen zu haben.

Kurz nach 18.00 Uhr treffen wir uns im Ruby's Inn zum Dinner und während wir noch anstehen, um " to be seated" zu werden, drängelt sich eine großmäulige Managertype vor, doch dann sind wir dran. Schade. dass wir hier im Best Western Hotel nicht übernachten können. So müssen wir uns dann so gegen 19.30 Uhr im Schein der untergehenden Sonne durch den Red Canyon über die Road 89 und 9 nach Kanab begeben. Das Holiday Inn ist ein wenig phantasievoller kastenförmiger Bau. Die Zimmer sind ok, nur bei mir hat die Technik der Toilette versagt und die Reste menschlicher Verdauung meines Zimmervorgängers schwimmen noch in der Schüssel: aber auch dieses kleine Malheur ist bald behoben.

Die Attraktion an diesem Abend ist der Swimmingpool und die begleitenden Umstände: Nach unserem erfrischenden Bad - der Tag und die Fahrt waren anstrengend - beschließen wir, unseren Schlummertrunk am Pool zu nehmen. Wir sind in Utah und dürfen deshalb keinen Whisky in der Öffentlichkeit trinken. Deshalb öffnen wir die Cola-Dosen, schütten ein wenig Cola aus und füllen mit Whisky wieder auf und bringen das Ganze mit frischem Eis an den Swimmingpool. Die Mädchen verfahren ähnlich mit Orangensaft und Gin. Eines der Mädchen kommt bei dem Absetzen der 0-Saft-Gläser ins Stolpern und kippt Claudia (frisch geduscht !!) erst einmal einen kräftigen "Schwapp" ins Genick, worauf sie sich "dezent zurückzieht", um sich zu reinigen und trockenzulegen (der Gang zum Zimmer ist mit dieser "Fahne" nicht ganz "ungefährlich": Die Mormonen-Nasen sind einfach überall, was sich in vorwurfsvollen Blicken äußert).

Kevin, die "Wasserratte", kann vom Baden nicht genug kriegen. Und dann kommt's: Durch die große Flügeltür des Gebäudes tritt eine matronenhafte Frau. - die augenscheinlich viel, viel, viel zu klein für ihr Gewicht ist - hervor. Die wogenden Körperformen sind von einem einteiligen Badeanzug mit angesetztem Faltenröckchen bedeckt. Sie steuert auf den Whirlpool zu, in dem bereits drei mehr oder weniger schlanke Herren sitzen. Als Kevin ihrer ansichtig wird, ruft er entsetzt aus, dass das ja wohl nicht wahr sein dürfe. Die Frau steigt tatsächlich in den Whirlpool, wobei der der Faltenrock auf der Wasseroberfläche aufliegt und den Eindruck von dieser ballonartigen Figur noch verstärkt. Und was ist an unserem Tisch ?! Raunen, Kichern, ungläubiges Staunen und einen kräftigen Schluck von unserer Mischung. Übrigens einer der Herren zeigte Interesse an der Dame ! (Erklärung: Er hat Brillengläser Marke Glasbausteine und diese waren noch dazu beschlagen).

Um 23.00 Uhr wird der Pool geschlossen. So müssen wir den Rest des Schlummertrunks auf "Volkers-Zimmer 206" zu uns nehmen. Als die letzten gegangen sind, ruft - wie an jedem Abend - die Chronistenpflicht.

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