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USA Rundreise - 13. Tag - Kanab - Cottonwood Canyon - Springdale

Wetter: sehr warm, mittags heiß (ca. 42°C)

Wir durften ein bisschen länger schlafen an diesem Morgen (7.30 Uhr). Einige der Truppe hatten ihren Zimmer zum Busparkplatz hinaus und sind nicht allzu viel zum Schlafen gekommen, weil die Busse die Motoren die ganze Nacht haben laufen lassen, um die Klimaanlagen in Betrieb zu halten.

Mit dem "erweiterten" Continental Frühstück im Magen und nach dem Auffüllen der Kühlboxen mit Eis und dem Tanken geht es auf dem Highway 89 in Richtung Page bis zur Abfahrt nach Norden in den Cottonwood Canyon. Es ist eine Schotter- und Sandpiste, auf der wir mit unseren Kleinbussen durch Senken und über Bergkuppen fahren. Steil geht es die Hügel hinauf, oben angekommen macht die Strasse plötzlich eine enge Kurve nach rechts um einen Felsen herum und fällt dann plötzlich wieder steil in die nächste Senke ab. Befahrbar ist diese Strasse nur wenn es trocken ist. Nach Regenfällen bildet sich in den Senken knöcheltiefer Schlamm, der unpassierbar für Autos wie wir sie fahren ist.

An einem Seitencanyon halten wir, unser "Scout" Wolfgang erkundet die Begehbarkeit dieses Canyons. Als er zurückkommt und signalisiert, dass wir ihm folgen sollen, werden die Autos "zugelockt" und wir klettern in den Canyon hinein. Der Canyongrund ist mit scheinbar geschliffenen Felsen und mit Flusssand bedeckt.
cottonwood-canyon
Die Canyonwände sind teilweise in den Biegungen ausgewaschen. All das deutet daraufhin, dass bei starken Regenfällen hier ein Sturzbach hinuntergeht und sich das Wasser in den Cottonwood Canyon ergießt.

Bei der Rückkehr bemerken wir mit Schrecken, dass ich den Autoschlüssel für das "Lumpensammlerauto" im Zündschloss stecken ließ und die Türen verschlossen sind.

Nach kurzer Beratung fahren Claudia, Wolfgang und Kevin los, um Hilfe zu holen. 2 '/2 Stunden probieren Peter und ich mit allen Tricks, trockenen Zweigen mit kleinen Widerhaken, das Auto zu öffnen. Wir studieren sorgfältig am "Mittelläuferauto" das Verriegelungssystem der Türen. Vorbeifahrende Autos bieten Hilfe an, aber auch sie haben nicht das richtige Werkzeug dabei. Was fehlt, ist ein Draht ! Schließlich kommt ein älteres Ehepaar mit einem Pick-up vorbei, und nachdem wir ihnen von unserem Missgeschick erzählt haben, steigt der Mann mit dem Spruch "You need a wire" ! aus seinem Auto, krabbelt auf die Ladefläche, greift in die hintere Ecke und bringt einen Drahtkleiderbügel zum Vorschein. Es dauert nur Sekunden bis ich einen entsprechenden Haken gebogen habe. Wie eine Sonde verschwindet der Drahthaken zwischen Seitenscheibe und Gummidichtung in der Türfüllung bis ich das Verriegelungsgestänge spüre, ein kurzer Ruck und die Tür ist auf.

Während dieser 2 '/2 Stunden haben die Frauen im Schatten der Felsen im Seitencanyon gesessen und geklönt. Wir sind alle froh, dass wir wieder "aufsitzen" können und als wir anrollen, kommen die Drei in einem Rangerauto angefahren und werden mit "Hallo" empfangen. Dem Ranger gebe ich US-$ 10,-- für die Kaffeekasse und nebenbei erfahren wir, dass es im Bryce Canyon brennt und alle anderen Ranger im Einsatz sind.

Immerhin hatte Kevin seinen Spaß bei diesem Vorfall: Mit einem echten Ranger, in einem echten Rangerauto mit unerlaubten 80 Meilen über Stock, Stein und Schlagerlöcher im "Tiefflug" zu fahren, passiert nun mal nicht jeden Tag. Wenn dieser Ranger auch noch Shakespeare heißt, rundet das das Erlebte noch ab.

Die Karawane setzt sich in Bewegung, der Ranger nimmt die Drei wieder mit zurück, braust los wie bei der Rallye Paris - Dakar und ist bald unseren Blicken entschwunden. Nur noch die Staubwolke lässt erahnen, wo er sich befindet. Wir trödeln langsam hinterher, weichen den vielen Schlaglöchern aus, genießen das herrliche Fahrpanorama in der Nachmittagssonne und treffen die Drei schließlich an Ruby's Inn. Sie haben mit dem Ranger einiges erlebt und von ihm Geschichten gehört, die das Leben schrieb, und ihm versprochen zu schreiben.

Als wir vor Ruby's Inn versammelt sind und nach Osten schauen zu den von der Abendsonne überfluteten Bergen, über die langsam einzelne Wolkenschatten ziehen, fallen uns auf der gegenüberliegenden Seite die unterschiedlichsten Arten von Verkehrsmitteln auf. Da steht neben dem schweren von Pferden gezogenen Waggon der leichte schnelle Helikopter oder ein Pick-up mit modernem Pferdetransporter; Generationen also von Transportmitteln und erlebte Gegensätze.

Bevor wir zum Rodeo gehen,
rodeo
ist Dinner im Ruby's Inn angesagt. Anschließend findet ein "Freiluftumziehen" an den Autos für die Rodeo-Show statt.

Um 19.30 Uhr sitzen wir auf der überdachten Tribüne des Rodeo-Stadions. Peter, Wolfgang und ich haben unsere schwarzen Cowboyhüte auf, nuckeln an den erst am Vortage erstandenen Zigarren und blasen gelangweilt und in echter Cowboy-Manier Wolken von blauem Rauch in den Abendhimmel, sehr zum Amüsement der Leute in den unteren Rängen.

Die Rodeo-Show ist toll. Keine amerikanische Veranstaltung ohne Fahne und Hymne, die Akteure sitzen auf ihren Pferden und lauschen - wie immer - ergriffen rechte Hand am Herzen der Nationalhymne. Und dann geht es los ! Die Gattertore fliegen auf und die Tiere (Pferde und Bullen. Schafe und Ziegenböcke) stürzen mit wilden Luftsprüngen in die Arena und versuchen ihre Reiter abzuwerfen. Auch die Kinder versuchen es den erwachsenen Rodeo-Reitern nachzumachen. nur die Tiere sind angepasst (Schafe und Ziegen). Die ganze Sache ist ja - wie bekannt - nicht ganz ungefährlich und mancher Cowboy hat sich bei diesem harten Geschäft schon ganz gehörig die "Figur verbogen".

Nach gut einer Stunde ist die Show zu Ende. Die Sonne verschwindet langsam hinter den Bergen.

Unser "Leader-Car" hat hinten rechts Reifenprobleme (kleine Undichtigkeiten). Wir pumpen den Reifen noch mal kräftig an der Tankstelle auf und verlassen dann Ruby's Inn, um durch den Red Canyon auf der Road 89 und 9 zum Zion National Park zu fahren.

Am Osttor angekommen, hüllt uns tiefe Dunkelheit ein. Die Scheinwerfer unserer Autos huschen gespenstig an den Felswänden entlang, wenn wir, der Straße folgend, die vielen Haarnadelkurven passieren.

Kurz nach 23.00 Uhr haben wir das Flanagan Inn-Hotel in Springdale am südlichen Ausgang des Zion N.P. erreicht, treffen uns noch zu einem ausgedehnten Schlummertrunk bei Peter auf Zimmer 206 und verschwinden dann in "sämtliche" Betten. Nur der Chronist und der "Leader of the Gang" haben noch zu tun.

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