USA Rundreise - 15. Tag - Springdale - Page - Grand Canyon
Wetter: leicht bewölkt, sehr warm (bis 42°C), nachmittags Sandsturm und "drei Tropfen Regen" am Lake PowellDas Auschecken am nächsten Morgen nach dem Frühstück ist mit Hindernissen verbunden. Die Reiseagentur New World Travel hat den Rest der Zimmermieten (US-$ 368.--) noch nicht überwiesen und der Hotel Manager lässt uns nicht auschecken. Nach langem Hin und Her hinterlegt Wolfgang seine Kreditkarten-Nummer und so können wir dann endlich starten. Um 9.30 Uhr sind die Kühlboxen mit frischem Eis gefüllt und wir fahren durch das Südtor des Parks auf der Road 9 die vielen Haarnadelkurven wieder hinauf, die wir nachts hinunter gefahren waren. Am Overlook Trail, einem sehr schmalen Weg zu einem Aussichtspunkt, der einen weiten Blick in das Seitental des Zion N.P. erlaubt, machen wir Halt. An dem Weg sind einige Geländer mehr angebracht worden als im vergangenen Jahr.
Wir verlassen den Park auf der Road 89 über Kanab, an der Abfahrt zum Cottonwood Canyon vorbei (in Erinnerung an die Schlüssel-Story wird noch mal kräftig geflachst) und fahren Richtung Lake Powell. Obwohl wir die Höchstgeschwindigkeiten für diese Strasse um 5 Meilen bereits überfahren (max. 55 mph) donnern die Trucks an diesem Morgen noch zügig an uns vorbei.
Mittags sind wir im Office des

Im ersten Boot sitzen Claudia, Kevin, Wolfgang, Peter, Ingrid und Margarete. Das zweite Boot ist mit den vier "Mädchen", Traute, Erika und Volker besetzt. Als wir aus dem Hafenbereich heraus sind, werden die Gashebel nach vorne geschoben, die Bootsspitze hebt sich aus dem Wasser und das Boot rast - von dem 150 PS starken Motor getrieben - über das Wasser. Vor der Staumauer des Glen Damms werden Getränke übergeben und dann geht es in den Navajo Canyon. Jeder im zweiten Boot hat Gelegenheit, mal ans Ruder zu gehen und die Gase rein zuschieben bis zum Anschlag (im ersten Boot natürlich auch). Es ist ein ungeheurer Spaß und schnell ist die erste Stunde vergangen. Mit Full Speed geht es zurück, die Boote werden wieder aufgetankt und kurz vor 4.00 Uhr im Hafen abgegeben. Relativ schnell sind auch die Formalitäten im Office erledigt. Es ist drückend heiß und wir steigen in die "vorgekühlten" Busse, um nach Page zu fahren. Der Himmel hat sich im Westen verdunkelt, Gewitterwolken ziehen auf, der Wind ist stürmisch geworden, reißt den Sand hoch, formt ihn zu kleinen Windhosen und treibt diese vor sich her. Die Zelte eines nahe gelegenen Campingplatzes machen sich selbständig und man sieht zwischen den Büschen Menschen hinter den Zeltleinwänden her rennen. Bevor wir allerdings im Wildwest-Restaurant in Page zu Abend essen, versuchen wir auf einer "weiträumigen Stadtrundfahrt" den zweiten Teil der Medizin für Erika zu holen.
Als kleinen Dank für die vorzügliche Reiseorganisation werden die Claudia, Wolfgang und Kevin von der restlichen Truppe zum Essen eingeladen. Bis die Steaks "anrollen" vergnügen sich einige beim Hufeisenwerfen (Horseshoe) im Hinterhof des Restaurants. Um 18.00 Uhr werden die Autos aufgetankt und im Supermarkt Getränke gekauft und dann sind wir wieder "on the road" nach Süden (Highway 89) Richtung Flagstaff.
Der Wind ist immer noch stark und treibt Staubschleier vor die Abendsonne, die Indianer-Silberschmuck-Stände an der Strasse sind nicht mehr besetzt, sechs Großbusse der Arrow State Line überholen uns mit Übergeschwindigkeit. Die Dunkelheit bricht herein als wir an der Trading Post Station in Cameron "Dehydrierpause" machen. Auch die Busse haben dort gehalten und Hunderte von Leuten ausgeladen, die die Toiletten und den Shop bevölkern. Unsere Befürchtung, dass die Busse Richtung Grand Canyon fahren stellt sich alsbald als unbegründet heraus. Sie fahren Richtung Phoenix.
Auch unsere

Gegen 21.00 Uhr haben wir in den Maswik Lodges eingecheckt und alle sind schnell auf ihren Zimmern verschwunden. Nur Wolfgang, Peter und ich genehmigen uns noch auf der Terrasse vor den Zimmern einen Schlummertrunk und betreiben ein wenig Vorbereitung für den morgigen Canyonflug.
Trotz der späten Stunde notiere ich noch einige Stichpunkte der heutigen Erlebnisse.
Wissenswertes über den Grand Canyon
Der Grand Canyon, bis zu 1.600 m tief in das am Südrand über 2.000 m hohe Colorado Plateau eingeschnitten, ist für viele das spektakulärste Werk der Natur. Jahrmillionen brauchten der Colorado und seine Nebenflüsse, um diesen Canyon zu schaffen. Regen, Wind, Schnee und Frost taten zusätzliches. Über 444 km Länge und 29 km Breite erstreckt sich der Grand Canyon. Gigantisch sind die Monumente, die aus der Schlucht herausragen und die so eigentümliche Namen tragen, wie Wotans Thron, Walhalla Plateau, Vishnu und Isis Tempel. Im gesamten Nationalpark sind aufgrund der großen Höhenunterschiede fünf der sieben großen Klima- und Vegetationszonen vertreten. Im Inneren der Schlucht herrscht subtropisches Trockenklima in einer Höhe von 600 - 1.200 m. Am Grund des Canyons kann es sehr heiß werden. Am Canyonrand sind es angenehme 15-20°C, am Canyongrund dagegen schon mal 40°C. Bei einer Wanderung hinab zum Canyongrund sieht man die unterschiedlichsten Gesteinsformationen, die ein Alter von 1,5 Millionen Jahren erreichen. Hier Näheres zu erläutern, würde zu weit führen. Die Indianer kannten den Canyon schon vor 3.500 - 4.000 Jahren. In den Jahren 600 - 1200 lebten die Indianer der Anasazi-Kultur am Canyonrand und am Canyongrund. Sie betrieben hauptsächlich Ackerbau. Um 1200 brach diese Kultur der Anasazi- und der Cohonia-Indianer, vermutlich durch Klimaveränderung bedingt, ab. Der erste Europäer entdeckte den Canyon um 1540 auf dem Weg zu den "Sieben goldenen Städten von Zibola". Es war der Spanier Gracia Lopez de Cardenas. Der Fransziskaner-Missionar Garces begegnete 1776 auf einer Erkundung eines Landesweges von Kalifornien nach New Mexico den HavasupaiIndianern, die ihn mit zum Canyon nahmen. Major John Wesley Powell bezwang im Jahre 1869 den Colorado als erster mit dem Boot. 98 Tage dauerte die Reise, davon 24 Tage im Grand Canyon. 1919 wurde der Grand Canyon zum Nationalpark erklärt. Auf einer Fahrt am Canyonrand entlang erhält man phantastische Einblicke in den Canyon.
Desert View Desert View ist der Endpunkt des East Rim Drive. Der 21 m hohe Watch Tower ist das Wahrzeichen dieses Aussichtspunktes. Der Aussichtsturm ist dem Stil der Wachtürme der Anasazi-Indianer nachempfunden. Der Turm bietet eine überwältigende Aussicht auf den Grand Canyon, die Painted Desert und über den Coconio Kaibab Forest. Im Inneren ist der Turm wie eine Kiva gestaltet und von dem Hopi-Künstler Fred Kabotie mit authentischem Hopi-Malereien ausgemalt. In der ersten und zweiten Galerie befinden sich kopierte Felszeichnungen von Fred Ganary.
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