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USA Rundreise - 18. Tag - Las Vegas - Death Valley

Wetter: Sonne mit vereinzelten Wolken, später sehr warm, 45 - 49°C

6:45 Uhr ! Peter ist pünktlich als "Wecker'. Habe unruhig geschlafen und komme nur sehr schwer in die "Pötte".

Es ist 8.00 Uhr geworden, der Boy hat den Koffer geholt, wir stehen am Eingang des Hotels und die Wagen werden vorgefahren. Die Mädchen fehlen ! Endlich, 8.30 Uhr, sind sie da. Wolfgang, Uta und ich bringen die Wagen in die Self Parking Garage, während die anderen Plätze im Treasure Island zum Frühstücken freihalten.

Nach dem Frühstück kann jeder noch einmal "ganz kurz" losgehen. Treffpunkt ist um 9.30 Uhr der Karten-Counter "Mystäre". Es wird 9.30 Uhr, Traute und Erika fehlen ! Es wird 9.45 Uhr, die Meute schwärmt aus, um die beiden zu suchen. Es wird 9.55 Uhr, wir machen uns Sorgen ! Plötzlich kommen sie fröhlich "angetappert"; sie haben an den Wagen auf uns gewartet (davon war nie die Rede).

Endlich sind wir auf dem Freeway 15 und biegen bald auf den Highway 95 nach Nordwesten ab. Dieser wüstenartige Landstrich mit niedrigen Büschen und Kakteen wird im Osten von den Desert Game Range, im Norden vom Nevada Testgelände und weit im Westen von den Ausläufern der Sierra Nevada begrenzt.

In Amargosa
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wird getankt und "dehydriert". Die Temperaturen sind mittlerweile auf 48,6°C in der Sonne angestiegen. Wolfgang und Kevin "amüsieren" sich auf einem Galgengestell. Ein Planwagen, ein wunderschön bemalter, chromblitzender Truck und ein auf der anderen Strasseneite unter einem Baum angebundenes Pferd vermitteln einen seltsamen Kontrast von Rast und Ruhe.

Weiter geht es auf der Road 373 nach Death Valley Junction; dort wir biegen auf die 190 nach Norden zum Death Valley Boundary.

Die Sonne steht hoch am Himmel, es ist 13.00 Uhr und wir fahren langsam hinauf zu Dante's View in 1.670 m Höhe. Hier ist es relativ "kühl" und windig (38 - 40°C). Es ist ein Panorama wie im Märchen. Wir stehen direkt über den Salzseen von Bad Water. Die Natur war großzügig als sie mit Farbpalette und Pinsel diese großartige Landschaft in Farbe gestaltet hat. Pastellfarbtöne und Schattierungen verzaubern diese Landschaft, die doch so karstig, unwirklich und menschenfeindlich ist. Der Südteil des Tales erscheint uns wie marmoriert. Wege und Pisten schlängeln sich über braune Erdflächen und weiße Salzebenen. Fast zerteilen die jetzt weißen Salzseen das Tal. Im Norden strecken die Cottonwood Mountains und die Grapevine Mountains ihre blauviolett scheinenden, sanften Abhänge bis in das Tal zu den Salzflächen. Ein grandioser Anblick ! Wie mögen sich wohl die Farben im Schein der untergehenden Sonne verändern, wenn die Schatten der Berge der Sierra Nevada über das Tal nach Osten kriechen ?!

In diese schwärmerische Betrachtung schiebt sich für einige das drangvolle Bedürfnis, dieses ausgetrocknete Fleckchen Erde zu "bewässern". Da der Parkplatz nur ungenügend Deckung gegen neugierige Blicke bietet, verschwindet man schamhaft über einen kleinen Gebirgskamm hinter Felsen und leistet der Wassererosion einen - wenn auch kleinen - Vorschub. Bei den weiblichen Gruppenmitgliedern pflegen bei steigenden "Pegelständen" die Gesichter immer versteinerter zu werden (Anmerkung der "Tippse": Ein typischer Männerspruch, nachdem er seinem "kleinen Mann" die große Welt gezeigt hat !)

Auf der Rückfahrt biegen wir vor dem Zabriskie Point nach links auf den Twenty Mules Trail ab und fahren auf ihm einige Meilen bevor wir wieder auf die Strasse 190 kommen. Auf diesem Trail transportierten Wagenzüge mit 20 Maultieren (heute sind es 3 - 7, Haha!) Borax, das weiße Gold der Wüste, in 10 Tagen in das 270 km entfernte Mojave, wo es für Glasuren, optische Gläser, Seifen und als Düngemittel verladen wurde.

Am Zabriskie Point angekommen, haben wir einen herrlichen Blick auf die aufgeworfenen und erodierten gelben Hügel und Felsstrukturen. Dieser Aussichtspunkt ist nach dem Leiter einer Borax-Mine benannt. Tief eingeschnittene Felsspalten haben Figuren geformt, die auf Vorsprüngen und Abhängen stehen und Wasserfluten haben ihre sich dahinschlängelnden Abläufe zum See hin tief in die Felsen gegraben. Obwohl die Sonne ihren Zenit lange überschritten hat, herrschen hier in etwa 250 m Höhe Temperaturen von ca. 45 - 50°C in der Sonne und der leichte Wind weht wie aus einem Heißluftherd von Westen über das Tal.

Es ist eine Wohltat, wieder in die Busse einsteigen zu können und bei auf vollen Touren laufender Klimaanlage Richtung Furnace Creek Ranch zu rollen. Wir checken ein, füllen unsere kühlen Bierbestände auf, beziehen unsere angenehm kühlen Hotelzimmer und treffen uns zu einem ebenso kühlen Schluck auf der Terrasse bei auf den Rasen gemessenen 40,6°C um 17:30 Uhr. Wie gut, dass das Bier ziemlich leicht ist. Bei der Hitze würde sonst der Inhalt einer Dose ausreichen, um .... (hier ist die Phantasie des Lesers gefragt).

Ein Teil der Truppe entschließt sich, den Pool in Furnace Creek aufzusuchen. In der Nachmittagshitze ist das Schwimmbecken mäßig bevölkert und so haben wir keine Mühe, ein geeignetes Plätzchen zu finden. Das Wasser ist mehr als "piwarm" (ca. 30°C). Trotzdem ist es angesichts der Lufttemperaturen eine Abkühlung.

Eine Stunde später machen wir uns fertig für die abendliche Fahrt zum tiefsten Punkt dieser Region.

Wissenswertes über Death Valley

Das "Tal des Todes" ist 200 km lang und zwischen 6 und 26 km breit. Es hält zwei amerikanische Rekorde: Bad Water Basin ist mit 86 m unter dem Meeresspiegel der tiefste Punkt der Erde und 1913 wurden 56°C im Schatten gemessen. Die Shoshone-Indianer, die um 1000 n.Ch. hier lebten, nannten das Tal "Tomesha", d.h. brennender Boden. Die ersten Europäer, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit dieser Region in Berührung kamen, bezeichneten das Tal als "Todestal".
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Im Winter 1849 verirrte sich eine Gruppe von erschöpften Pionieren und Goldsuchern mit 26 Ochsenkarren im Tal. Aufgrund des Wasser- und Futtermangels verloren sie ihre Tiere und Wagen. Der Name "Death Valley" wurde für diese Gruppe zur Wirklichkeit. 1874 wurden am Rand des Death Valley ergiebige Blei- und Silbervorkommen entdeckt. Im Jahre 1881 fand Aaron Winter in einer Salzpfanne das erste Borax. Wegen der Hitze wurde nur in den kühleren Monaten des Jahres gearbeitet, zur Boraxgewinnung waren vor allem chinesische Kulis eingesetzt.

Furnace Creek war die erste Siedlung, frei übersetzt bedeutet es "Backofen Bach". Im Tertiär ist diese gewaltige Senke des
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Death Valley im Zusammenhang mit der Heraushebung der umliegenden Faltengebirge entstanden. Weite Regionen des Death Valley sind fast vegetationslos. Tiere wird man in der ungeheuren Hitze des Tages so gut wie gar nicht sehen. Trotzdem leben hier Schlangen, Spinnen, Frösche, Fische und auch die scheuen Wüstendickhornschafe. 1933 wurde das Death Valley zum Nationalpark ernannt.

Unsere erste Station auf dem Weg nach Süden ist der Devil's Golf Course. Es ist eine riesige Fläche mit scharfen Salzkristallen bedeckt.

Als im Zuge der erdgeschichtlichen Entwicklung einige Seen verdampften, hinterließen sie abwechselnd Schichten von Salz und Erde auf dem Talgrund. Diese Schichten sind etwa 1.000 Fuß tief und bedecken eine Fläche von rund 200 Quadratmeilen.

Ein Rundblick vermittelt hier die ganze Trostlosigkeit, aber auch Faszination dieser Landschaft. Unbarmherzig brennt die Sonne zu dieser Jahreszeit auf dieses Plätzchen nieder. Der heiße Wind verschlägt einem bei Temperaturen nahe 50°C fast den Atem. Nach dieser "hitzigen Betrachtung" steigen wir wieder in die modernen Wüstenschiffe und die Karawane setzt sich langsam über die holprige Piste Richtung Bad Water Basin in Bewegung.

Ein paar Meilen weiter südlich erreichen wir "Bad Water", stellen die Autos auf den Parkplatz neben der Strasse ab und gehen zu dem relativ kleinen Salzsee, der auch zu dieser Jahreszeit nicht ganz austrocknet und dessen Uferregionen von weißem Salz bedeckt sind. Schaut man von hier aus zurück nach Osten, so erkennt man eine weiße Markierung in der Bergkette. Sie bedeutet, dass hier der Meeresspiegel ist. Wir aber stehen am niedrigsten Punkt der westlichen Welt, nämlich 86 m unterhalb des Meeresspiegels. Es ist heiß wie in einem Backofen und so kehren wir nach kurzem Aufenthalt zu den Bussen zurück, nicht ohne die Augen - zu schmalen Schlitzen zusammengekniffen - noch mehrmals über die in der Abendsonne noch immer gleißend weißen Uferregionen schweifen zu lassen.

Wie gut, dass wir kühle Getränke im Bus haben ! Die Klimaanlagen in den Autos sind Gold wert !

Wir machen uns auf den Weg zurück in das Hotel und springen erst einmal genüsslich unter die Dusche (die Zivilisation hat uns wieder !).

Geplant ist ein Abendessen beim Italiener, doch als wir hinkommen, ist das Restaurant bis kurz vor 21.00 Uhr ausgebucht. Die Zwischenzeit verbringen wir mit kalten Getränken aus dem General Store auf den Stufen des Vorplatzes.

Als wir schließlich beim Essen sitzen, entpuppt sich der Mann am Nebentisch als Motorradfahrer aus Berlin. Erlebnisse und die restlichen Reisepläne werden ausgetauscht und so verrinnt die Zeit bis wir gegen 22.30 Uhr in der "Hitze der Nacht" auf dem Rasen (Golfplatz) vor unseren Zimmern sitzen und unseren obligatorischen Schlummertrunk durch die Kehlen rinnen lassen.

Zu einer christlichen Zeit verkrümeln wir uns in die Betten, nur der Chronist und der "Leader of the Gang" haben noch zu tun.

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