USA Rundreise - 19. Tag - Furnace Creek - Mono Lake - Bodie - Yosemite National Park - Oakhurst
Wetter: sehr warm, über 36°C, leichter Wind, sonnig mit Wolken und dunstig.Gegen 7.00 Uhr ist das erste Grunzen beim morgendlichen Rekeln auf der Terrasse zu hören. Wir haben beschlossen, nicht in Furnace Creek zu frühstücken sondern auf dem Weg aus dem Tal irgendwo unterwegs. Kurz vor der Ausfahrt halten wir in Stove Pipe Wells Village an einem kleinen Hotel und Restaurant, das von außen auf den ersten Blick etwas dürftig erscheint. Das Frühstück von der Bar für US-$ 7,95 ist aber gut und reichlich. Beim Verlassen des Restaurants schauen wir zurück auf die von der Morgensonne beschienenen und zeitweilig in Wolkenschatten liegenden Sanddünenregionen des Todestals.
Auf der Road 190 geht es gegen 10.00 Uhr durch weite Täler und schroffe Bergzüge, die hier eine Höhe um 1.600 m haben. Wir biegen auf die 136 nach Norden ab, passieren den Owens Lake und treffen kurz vor Lone Pine auf den Highway 395. Im Westen liegt der Sequoia National Park mit dem im Norden anschließenden Kings Canyon National Park.
In Indepence machen wir Halt und versuchen in einem Hotel eine Tasse Kaffee zu bekommen, was uns misslingt. Nach drei vergeblichen Versuchen und heftigem Bimmeln der Glocke an der Rezeption verlassen wir das "Geisterhotel" wieder und "lunchen" in einer Art "heißen Kiste". Hier erfahren wir auch, dass der halbe Ort zu einer Beerdigung gegangen ist.
An der Ostseite des Sierra National Forest und des Yosemite National Parks fahren wir über Bishop auf dem Highway 395 weiter zum Mono Lake, den wir gegen 15.00 Uhr erreichen.
Wissenswertes über den Mono Lake
In der Nähe von Lee Vining

Wir fahren fast bis zum See hinunter, stellen die Autos ab und gehen zu Fuß weiter zum Wasser. Die Uferregionen sind mit kargen Büschen bestanden. Aus dem Wasser erheben sich bizarr die Kalktuff-Säulen. Je nach Sonnenlicht oder Wolkenschatten verändern sich sowohl die Farben der Säulen von einem schmutzigen Kalkweiß bis hin zum Anthrazitgrau als auch des Wasser von hell- bis dunkelblau, je nach Wassertiefe. Man könnte meinen, jeden Moment müsse ein Seeungeheuer zwischen den Gesteinssäulen auftauchen. Es ist irgendwie unwirklich und vielleicht auch ein bisschen gespenstisch.
Es ist mittlerweile fast 17.00 Uhr geworden als wir wieder aufbrechen und auf dem Highway 395 weiter nach Norden fahren. Nach 9 Meilen biegen wir auf die Road 120 ab in die Berge.

Diese erste echte Ghosttown ist eine der sehenswertesten überhaupt. Diese Stadt entstand dort, wo ein gewisser Waterman S. Bodie 1859 Gold entdeckte. 20 Jahre später hatte Bodie 10.000 Einwohner, worunter eine stattliche Anzahl von Halunken und Halsabschneidern gewesen sein muss. Die Feuerglocke, die auch als Totenglocke diente, war jedenfalls fast täglich zu hören. Schießereien, Prügeleien, Mord und Totschlag waren u.a. der Tatsache zugeschrieben, dass es 65 Saloons in der Stadt gab, in denen ziemlich mieser Whisky ausgeschenkt wurde, das raue Bergklima soll ein übriges getan haben. Referent F.N. Warrington charakterisierte die Zustände in Bodie 1881 mit den Worten: "Ein Meer der Sünde, gepeitscht vom Sturm der Wollust und Leidenschaft".
Die Goldgräberstadt wurde 1932 nach einem verheerenden Brand verlassen.
Wir schlendern hinunter zur Main Street, an der neben dem Rotlicht-Viertel gleich die Kirche liegt. Die Einrichtungen lösen sich im Laufe der Jahre langsam in ihre Bestandteile auf, die Tapeten fallen von den Wänden und der Staub der Jahrzehnte liegt fingerdick herum (ein jedes Hausfrauenherz schlägt hier Purzelbaum). Der General Store ist noch gefüllt, die alten Flaschen stehen in den Kneipen auf den Tresen, der Sargtischler hatte wohl gerade den letzten Toten beerdigt und mit neuen Särgen auf Vorrat begonnen. Der letzte Lastwagen, Baujahr ca. 1925, steht noch an der Shell-Tankstelle im Ort. Zwischen den windschiefen Gebäuden rotten die schweren Planwagen vor sich hin. Wir stellen uns vor dem verlassenen Hotel. das irgendwann mal bessere Tage erlebt hat, für ein Gruppenfoto auf. Durch die blinden, verstaubten Fensterscheiben des Kraftwerkes sind die Trafos zu sehen und in der Schule liegen die Lehrbücher noch auf den Schulbänken und die Kreideschrift der letzten Schulstunde steht noch an der Tafel, mit geschlossenen Augen kann man sogar noch den Jubel der Kinder hören, dass endlich die Schulglocke läutet und man sich auf dem Nachhauseweg austoben kann.
Es ist spät geworden (18.00 Uhr) und wir drücken auf die "Tube", um hinauf zum Tioga Pas (3.031 m) zu kommen. Auf dem Weg dorthin haben wir noch einmal einen herrlichen Blick auf den Mono Lake in der Abendsonne.
Es ist eine lange Fahrt zum Pass hinauf, dauernder Wechsel zwischen Sonnen beschienen Felsen und tiefen Schatten, aber schließlich haben wir die Passhöhe erreicht, entrichten unser Eintrittsgeld am Parkgate und fahren im Yosemite Park die lange Abfahrt hinunter zum Village. Die Truppe ist müde und hungrig und als wir kurz vor 21.00 Uhr im Yosemite Village am Restaurant ankommen, ist es dunkel geworden. Auf der Terrasse des Hotels bekommen wir noch etwas zu essen. Das " Futter" ist gut aber ziemlich teuer.
Kurz vor 23.00 Uhr beginnt die "Höllenfahrt" über die Serpentinen aus dem Canyon nach Oakhurst ins Hotel. Mitternacht ist längst vorbei als die Fahrer des "Leadercars" und des "Lumpensammlers" einen schnellen Schlaftrunk zu sich nehmen und ein wenig Übergabe machen, denn Claudia, Wolfgang und Kevin fahren morgen vorzeitig nach San Francisco zurück, während der Rest der Truppe noch einen Tag im Yosemite Park bleibt.
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