USA Rundreise - 8. Tag - Rundreise im Yellowstone N.P.
Wetter: Leicht bewölkt, sonnig, später dichte Wolkendecke mit Aufheiterungen, kurze leichte RegenschauerUm 7:00 Uhr früh ist die Nacht vorbei. Beim Rasieren vor dem Spiegel

Eine Stunde später steigen wir in unsere fahrbaren Untersätze zur großen Yellowstone-Rundreise.
Wissenswertes über den Yellowstone N. P.
Der Yellowstone N.P. ist der älteste und bekannteste amerikanische Nationalpark und dehnt sich über rund 10.000 km2 aus. Da der Park auf einem Hochplateau in etwa 2.000 m Höhe liegt, ist er nur begrenzt zugänglich. Häufig versperren Schneefälle noch bis in den Juni hinein die Pässe und bereits ab September muss wieder mit neuen Schneefällen gerechnet werden. 1988 wüteten von Ende Juli bis in den späten September verheerende Waldbrände. Man betrachtete diese Brände als ökologisch notwendig und so wurden sie nicht bekämpft. Aufgrund der extremen Trockenheit aber, gerieten die Brände im August außer Kontrolle und richteten schwere Schäden an. 50 % des Parkwaldes verbrannten.
Seinen Namen hat der Yellowstone-Park vom Grand Canyon of the Yellowstone.

In erheblichen Gegensatz zu den Heißwasser-Geysiren

Zurück zur Rundfahrt !
Unsere erste Station ist der Great Fountain Geysir am Firehole Lake Drive. Der Himmel ist bewölkt, nur ab und zu blinzelt die Sonne durch die Wolken. Als wir aussteigen, pustet der Geysir gerade Dampf und Wasser in den morgendlichen Himmel. Grauer Wasserdampf zieht in Schwaden über die farbigen Mineralien-Ablagerungen, die bisweilen in der Morgensonne wie eine brillante Farbpalette erscheinen. Schwefelgeruch begleitet uns auf unserem kleinen Rundgang auf den Walkways. Am nächsten Haltepunkt am Firehole Canyon Drive und den Firehole Falls ist Baden angesagt. Die meisten der Reisegruppe nutzen die Gelegenheit zu einem erfrischenden Bad zwischen des Felsen des Canyons.
Auf dem Weg zu den Roaring Mountains entdecken wir - rechts von der Strasse in einem Waldgebiet - eine Bisonherde mit Jungtieren. Ein mächtiges Einzeltier liegt etwas abseits. Wir sind ausgestiegen und die Hobby-Fotografen versuchen, so nah wie möglich, an das Tier heranzukommen. Dieses fühlt sich schließlich gestört, steht auf und macht Anstalten auf die Mutigsten zuzugehen. In wilder Flucht räumen die Störenfriede das Feld und betrachten den Bison aus sicherer Entfernung. Im Nachhinein stellten wir fest, dass die "Flüchtlinge" in diesem Augenblick das bessere Motiv abgegeben hätten.
Der an den Roaring Mountains ausströmende Dampf erzeugt ein Geräusch, das dieser Gegend ihren Namen gegeben hat. Auf dem Weg zu den Mammoth Hot Springs legen wir mehrere Fotostops ein. In den Waldgebieten neben der Strasse entdecken wir äsendes Wild und auf der gegenüberliegenden Seite eines Baches steht zwischen den Bäumen ein kapitaler Hirsch. Auch hier hat die Landschaft unter dem 1988 wütenden Feuer sehr gelitten, man merkt jedoch, wie sich die Natur von dieser Katastrophe langsam erholt. Links der Strasse zieht sich in der Ferne eine Gebirgskette mit schneebedeckten Bergen, über 3.000 m hoch, dahin. An den Mammoth Hot Springs stellen wir die Autos am Park Headquarter ab und wandern den Weg hinunter zu den unteren Terrassen. Ein leichter Nieselregen begleitet uns und wir bleiben oft staunend stehen und betrachten die pastellfarbenen Ablagerungen aus Kalzium-Karbonat, das sich aus dem Heißwasserstrom täglich ablagert. Die meisten der neuen Gesteine der Yellowstone Geysire werden Geyserite genannt, ein nichtkristallines Mineral, was - chemisch gesehen - dem Glas sehr ähnlich ist.
Wenn doch nur die Sonne schiene ! Welch prachtvolles Farbenspiel würde sich uns bieten. So müssen wir, als der Regen stärker wird, zurück. Vom Parkplatz fahren wir langsam hinunter, beobachten äsende Rehwild am Berghang, müssen stoppen, weil ein Reh die Strasse passiert. Am Fuß der Terrassenberge können wir ganze Herden von Rehwild beobachten, bevor wir in Tower Roosevelt in einem Restaurant Kaffee trinken, um die Lebensgeister wieder aufzufrischen. Von Ferne sehen wir nochmals auf die Terrassenberge, die nun zeitweilig in der Sonne liegen, die verstohlen durch die Wolken guckt.
Die nächste Sehenswürdigkeit ist der Petrified Tree. Hierbei handelt es sich um eine Baumversteinerung. Durch das stark mineralhaltige Grundwasser, das durch die Wurzeln in die Baumstamm gelangt ist, wurde der Stamm über die Jahre von innen heraus durch die Mineralablagerungen versteinert.
Dutzende von Autos haben am Straßenrand geparkt, Menschen hasten mit Fotoapparaten den Hang hinunter ins Tal, wo im Unterholz zwischen Bäumen eine Elchfamilie zu sehen ist, die sich auch durch die Neugierigen Touristen nicht stören lässt.
Wir kraxeln den beschwerlichen Fußpfad an den Tower Falls hinunter. Hier ergießen sich die Wasser des Tower Creek in den Yellowstone River, der durch den Grand Canyon of the Yellowstone den Wasserfällen am Canyon Village entgegen fließt.
Es ist später Nachmittag geworden als wir den Parkplatz am Upper Falls View erreichen. Die Wasser des Yellowstone River stürzen hier fast 40 m in die Tiefe in den Canyon. Die Farben des Canyons entstanden durch das Bearbeiten des vulkanischen Gesteins mit dem heißen Wasser. Der Canyon hat sich mehr als einmal rapide nach unten in das Gestein gefressen, vielleicht durch ausbrechende Fluten. Heute finden noch kleine Vertiefungen des Canyons statt.
Die Abendsonne steht tief am leicht bewölkten Himmel, als wir das Hayden Valley erreichen. Zahlreiche Pelikane schwimmen auf dem Yellowstone River, der sich hier zu größeren Seen verbreitert. Wir begegnen einzelnen Bisons, aber auch Herden, die äsen. Diese mächtigen Tiere scheinen sich mit der Gegenwart der Touristen abgefunden zu haben. Trotzdem ist Vorsicht angesagt, denn die Tiere laufen auf der Strasse und wenn sie entgegenkommen, flößen sie den Betrachtern erheblichen Respekt, wenn nicht sogar Angst ein.
Am Sulphur Caldron, einem heißen Schlammbecken, in dem sich die Bisons im Winter gerne aufwärmen und an heißen Quellen im Fluss vorbei, in dem Angler bis zum Bauch in der Flussmitte beim Fischen zu sehen sind, geht es am Westufer des Yellowstone Lake entlang zurück zu den Old Faithful-Lodges.
Für 21.00 Uhr hatte Claudia am Morgen einen Tisch im Old Faithful Inn Restaurant reserviert, um die abendlichen Stunden vor ihrem Geburtstag mit einem leckeren, ein wenig feierlichen Abendessen zu verbringen.
Am Nebentisch feiert eine Geburtstagsgesellschaft. Das Geburtstagskind wird in Blitzlichter eingehüllt--ja, ja die Erinnerungsfotos.
Angenehm gesättigt durch das Superdinner verbringen wir die Zeit bis Mitternacht bei Sekt und Klönschnack, gratulieren artig-heftig oder doch heftig-artig? Claudia zu ihrem Wiegenfest und sind wenig später reif für die Koje.
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