reiseziel_USA

USA Reise - 10. Tag - Bakersfield - Death Valley

Wetter: bedeckt und kühl, später Aufheiterungen.

Von Bakersfield haben wir natürlich nicht viel mitbekommen. Drei entscheidende Faktoren haben dazu geführt, dass diese Stadt mittlerweile annähernd 120.000 Einwohner hat: Es gibt in der Nähe ausgedehnte Ölfelder, außerdem sind Landwirtschaft und vor allen Dingen der Weinbau von Bedeutung.

Ohne Frühstück, nur mit einem dünnen Kaffee im Bauch, der in einem Container auf dem Tresen der Rezeption steht, verlassen wir gegen 8.00 Uhr diesen nicht eben einladenden Ort über den Highway 178 nach Nordosten. Durch wildromantische Schluchten geht es hinauf und hinab (2.000 - 3.000 ft.) bis zum Lake Isabel, wo wir in einem urigen Coffeeshop frühstücken. Es ist ein Laden Marke "Fernfahrerkneipe", die Luft ist verqualmt, der Kaffee ist dünn und der Schlüssel für die Toilette ist nur an der Kasse erhältlich. Die Bedienungen sind urwüchsig rau aber sehr freundlich und so kommt jeder verhältnismäßig schnell an seine Pfannekuchen mit Ahornsirup oder Eier mit Speck oder was man denn so hinter die Kiemen schiebt.

Mittlerweile hat Hanna einige gesundheitliche Probleme bekommen, so dass sie nicht so recht "am Unterricht" teilnehmen kann.

Nachdem einer der Crew den Schlüssel für die Toilette ergattert hat, gibt man sich die Klinke bzw. den Knauf in die Hand und jeder hat Gelegenheit, noch einmal auf dem Örtchen zu "dehydrieren". Während wir geduldig warten, bis bei allen der ohnehin dünne Kaffee in chemisch ungewandelter Form unter wieder raus gelaufen ist, erscheint ein Mann mit Henkelkästchen, Spraydosen und Lappen und beginnt mit Hingabe die öffentlichen Telefone zu putzen.

Neben den Telefonhäuschen wird ein Teil der Gebäudewand als Pinwand benutzt. Auf den Zetteln, die dort hängen, werden z.B. gebrauchte Autos angeboten. Die Zettel sind von unten in Streifen eingeschnitten und jeder Streifen ist mit der Kontakttelefonnummer beschriftet. Ein Interessent braucht also nur einen dieser Streifen abzureißen und zum Telefon zu eilen. Eine äußerst praktische Sache.

Der Vormittag ist schon weit vorgeschritten. Es geht in Serpentinen über die Berge. An einer langen Baustelle ohne Ampelanlage werden wir von einem "Follow me-Car" in Empfang genommen und durch die einspurige Baustelle geführt.

Die Mittagssonne zaubert seltsame Kontraste auf die Ausläufer der Sierra Nevada. Schneebedeckte Berge. karstige Hügelketten, spärliche begrünte Hochebenen und Kakteenfelder. Wir sind zwischen 1.500 und 2.000 m hoch. Die Berge erscheinen im Sonnenlicht in den unterschiedlichsten Farben, die sich in dem dauernden Spiel von Licht und Schatten auch noch verändern. Wir biegen von der 178 auf den Highway 395 ab Richtung Norden. Vor uns liegt ein weites Tal. Wir umfahren einen Berg, der sich wie eine fette Qualle abgerundet und gleichmäßig aus der Landschaft erhebt, felsig, braunviolett, die Regionen am Fuß spärlich bewachsen. Meilenweit zieht sich dieses Tal nach Norden, eine tolle Strecke. Der Karte nach verläuft parallel zu diesem Highway der Los Angeles Aquaduct, eine Verbindungsleitung aus dem Haiwee Reservoir, die Los Angeles mit Trinkwasser versorgt.
death-valley-einfahrt1


Nach einem kurzen Zwischenstopp an einer Raststätte geht es weiter auf der 178 Richtung Death Valley. Vorbei an ausgetrockneten Seen klettern wir wieder in die Berge. Das Panorama, was sich uns bietet, ist einfach überwältigend. Die Wolken treiben Schatten über die Ebene und die zerklüfteten Berghänge und plötzlich stehen wir auf einem der Hochplateaus einer Bergkette und schauen hinab ins Tal. Die Sonne hat ihren Zenit weit überschritten. Fast unbemerkt fliegt aus der Sonne ein Düsenjäger an, taucht, sich in einer weiten Kurve auf die Tragfläche stellend, in die neben uns liegende Schlucht hinab, ohrenbetäubender Lärm steigt zu uns herauf und Bruchteile von Sekunden später ist der Spuk vorbei. Kaum lässt sich die Flugbahn des immer kleiner werdenden Flugzeuges verfolgen und schon hat uns die Faszination dieser Landschaft wieder eingefangen. Anfänglich glaubten wir bereits das Death Valley vor uns zu haben, bemerken jedoch schnell unseren Irrtum. Es ist ein Vorgelagertes, wüstenartiges Tal.

Die Versorgung im "Lumpensammlerbus" klappt hervorragend und die Stimmung ist ungetrübt. Nach jenem ausgedehnten Fotostopp rollen wir die steilen Serpentinen in das Tal hinunter, durchqueren die Talebene und klettern über den Panamint Range, einer Bergkette, die das Death Valley im Westen begrenzt. Wir biegen auf die Road 190 ab, der Himmel hat sich mittlerweile mit Regenwolken zugezogen und leichte Schauer haben eingesetzt. Die Autos rollen in das "Tal des Todes".
tal-des-todes2


Dieses Tal ist 225 km lang, 16 km breit und ungemein heiß. Oft herrschen hier über 55°C im Schatten. Und Schatten gibt es kaum. Schön ist die Landschaft nicht, aber interessant, ja faszinierend: felsige Einöden, hohe Dünen, grell glitzernde Salzseen und am Horizont die schneebedeckten Berge der Sierra Nevada. Diese Wüste ist keineswegs ausgetrocknet. Zwar fällt kaum Regen, doch es gibt zahlreiche Quellen, die kleine Oasen bilden. Dort ist das Death Valley reich an interessanten Tieren und Pflanzen.

Vor vielen Millionen Jahren war das Death Valley ein Binnensee, durch gewaltige Bodeneruptionen entstanden die Berge - im Westen das Panamint-Gebirge, im Osten das Amargosa-Gebirge - und das Wasser verdunstete unter dem Einfluss einer unbarmherzigen Sonne. Die Entstehung der Berge war begleitet von einer Vertiefung der Talsohle.

Das Tal ist ein Graben, der aber nicht wie zumeist üblich durch Erosion entstanden ist, sondern durch die Verlagerung der Erdkruste. So erhebt sich der Teleskop-Peak von 86 m unter Meereshöhe bis zu 3.368 m. Entdeckt wurde dieses Naturwunder - mehr zufällig - im Jahre 1849, als einige Abenteurer, die möglichst rasch in das Land des Goldrausches weiter westlich kommen wollten, in die unwirkliche Wüste gerieten, aus der sie nur mit Mühe und Not wieder herauskamen. Sie mussten ihre Wagen im Stich lassen und die Ochsen, die sie zogen, aufessen, um nicht zu verhungern. Sie gaben dem Gebiet auch seinen jetzigen Namen. Jahre später folgten Männer, die Gold und Silber zu finden hofften. Das was sie fanden war sehr spärlich und sie wanderten wieder in ertragsreichere Gebiete ab. Was aber dann gefunden wurde, war das weiße Gold der Wüste - Borax, das für viele Industriezweige eine wichtige Chemikalie darstellte. Anfänglich erfolgte der Transport des geförderten Borax durch Mauleselgespanne über eine Distanz von 165 Meilen aus dem Tal heraus, später baute man eine Eisenbahn. Heute wird Borax nur noch unter Tage abgebaut. Es wird für die Herstellung von Glas und Glasfieber, aber auch in der Seifenindustrie verwendet.

An eben der verfallenen Borax-Mine halten wir an. Der Regen hat aufgehört, aber es weht ein stürmischer Wind. Von den Abraumhalden haben wir einen ungemein eindrucksvollen Blick in das Tal und lassen die Faszination der Farben auf uns wirken. Mitten in der Einöde der Talsohle, über die mit dem starken Wind kleine aufgewirbelte Staubwände wandern, liegt die Oase Furnace Creek.
oase-furnace-creek


So wie wir die Abraumhalde im stürmischen Wind hinaufgekraxelt sind, rutschen und schliddern wir sie auch wieder hinunter, würdigen die verfallenen Gebäude und Gerätschaften der Mine in Form eines versonnen Blickes und machen uns auf den Weg nach Furnace Creek Ranch.

Karawanenartig rollen wir durch das Ortstor, die Zimmer im Haus 900 sind bezugsfertig und je nach Geschmack trifft man sich zum Sonnenuntergangsbier auf der Terrasse mit Ausblick auf den Golfplatz, Loch 18. Die Gesellschaft ist locker-flockig und der lange Weg am heutigen Tag hat durstige Kehlen hervorgerufen. Aber auch dieses Problem wird durch den Biernachschub aus dem General Store gelöst.
furnace-creek-ranch-rast1


Es ist kaum zu fassen: Nahezu den ganzen Tag sind wir durch die unwirkliche wüstenartige Landschaft gefahren und jetzt sitzen wir Biertrinkenderweise in der Abendsonne in der Idylle einer Oase an einem Golfplatz. Es ist wohl nicht ganz einfach für Leib, Geist und Seele, diese Fülle unterschiedlichster Eindrücke zu verkraften.

Es herrscht Andrang zum Dinner im Steak-Haus. Wir haben immer wieder das Problem mit einer so großen Truppe gleichzeitig Platz für Mahlzeiten in den Restaurants zu finden. Als wir zurück sind, erklingen von einem Balkon über uns leise Gitarrenklänge. Die Luft ist noch warm, der Vollmond steht am Himmel und so hängen wir bei einem Schlummertrunk unseren Gedanken nach und lauschen der Musik.

Zu einer christlichen Zeit verkümmeln wir uns in die Betten.

zurück

Australien
Australienrundreise

Down Under - eine Traumreise durch Australien mit vielen Sehenswürdigkeiten. Sydney, Queensland, Great Barrier Reef und Ayers Rock.

Dubai
Dubairundreise

Weiße Strände, Luxus-Hotels und Shopping in den großen Malls. Ein Märchen aus tausend und einer Nacht.

Kanada
Kanadarundreise

Die Nationalparks in den Rockys, der Indiansummer und Vancouver bringen ein bezauberndes Urlaubserlebnis.

USA
USA-Rundreise

Auf den Spuren der Cowboys und der Indianer auf einer Rundreise durch die Weiten des Wilden Westens.