reiseziel_USA

USA Reise - 11. Tag - Rundreise im Death Valley

Wetter: strahlender Sonnenschein, warm.

Gegen 7.00 Uhr ist das erste wohlige Grunzen beim morgendlichen Räkeln auf der Terrasse zu hören. Das Frühstück im Steak-Haus ist nicht übermäßig gut aber dafür teuer.

Renate und Freddie, Sigrid und Peter wollen einen Ruhetag einlegen und bleiben im Ort. Wir anderen rollen durch das Ortstor aus der Oase wieder in die Wüste, vorbei an dem wie ein Monstrum erscheinenden Güterzug mit den breiten walzenartigen Rädern, die bei den Borax-Transporten das Einsinken in den Wüstensand verhindern sollten.

Wieder dieser unglaubliche Kontrast: Aus der Oase in die Wüste, schroffes Felsgestein mit unterschiedlichsten Farben auf der einen Seite, auf der anderen Seite die hohen Berge mit schneebedeckten Wipfeln der Sierra Nevada, über allem die Morgensonne, die dieses Fleckchen Erde mit Licht, Farben und Leben erfüllt und langsam aber sicher die Morgenkühle vertreibt.

Auf der Strasse nach Süden rollen wir dem Golden Canyon entgegen, stellen unsere Autos auf dem eingerichteten Parkplatz davor ab und machen uns auf "Schusters Rappen" auf einen kleinen Fußmarsch in den Canyon hinein. Der Canyon hat seinen Namen bekommen, weil die Nachmittagssonne die Canyonwände in tiefgoldenen Farbtönen anmalt.

Bevor wir die Oase verlassen hatten, war ich in das von der aufgehenden Sonne überflutete Freilichtmuseum von Furnace Creek gegangen, um einige Fotos von den Fördergerätschaften und der alten Dampflok zu machen.

Langsam steigen wir die Canyonsohle hinauf. Steile von Wind und Wetter zerklüftete Felshänge säumen die Schlucht. Schön sind hier die unterschiedlichen Gesteinssorten zu sehen, deren Schichten sich im Laufe der Jahrzehntausende aufeinander gelegt haben und deren Pastellfarben im Sonnenlicht dem Betrachter besonders auffällig erscheinen.
golden-canyon-death-valley


Kevin, der Jäger, erlegt einige imaginäre Tiere, Wolfgang versucht ganze Felsbrocken wie Goliath der Riese zu bewegen und dann, ja dann erstarren wir in Erfurcht: Aus einem aus dem Fels senkrecht in die Höhe gewachsenen, säulenartigen Stein in Form eines männlichen Geschlechtsteils.. Jeder Leser kann sich vorstellen, welcher Art die Bemerkungen sind, die aus den staunenden Mündern spontan entfleuchen. Auf dem Rückweg erfasst das Auge faszinierende Farbkombinationen von aufeinander scheinbar zulaufenden Felsen. Da kommt von rechts ein gelb-bräunlicher Hang, trifft sich mit einem dunkelbraunen, im Hintergrund die blauen Berge der Sierra Nevada und über einem der wolkenlose, strahlend blaue Himmel: Einfach schön! Der Canyon spukt uns wieder aus, der Blick schweift in die weite Ebene des Tales bis zu den Bergen, die Autos stehen noch dort, wo wir sie verlassen haben und so rollen wir denn weiter nach Süden zum Devil's Golf Course. Es ist eine riesige Fläche mit scharfen Salzkristallen bedeckt.
devils-golf-course-death-valley


Als im Zuge der erdgeschichtlichen Entwicklung einige Seen verdampften, hinterließen sie abwechselnd Schichten von Salz und Erde auf dem Talgrund. Diese Schichten sind etwa 1.000 Feet tief und bedecken eine Fläche von 200 Quadratmeilen.

Ein Rundblick vermittelt die ganze Trostlosigkeit, aber auch Faszination dieser Landschaft. Bei den herrschenden, für Europäer angenehmen, sommerlichen Temperaturen, steigt doch eine Ahnung in uns auf, wie unbarmherzig die Sonne im Sommer auf dieses Plätzchen niederbrennt, Lufttemperaturen von über 45°C erzeugt, während am Boden Temperaturen von mehr als 60°C keine Seltenheit sind. Nach dieser "hitzigen" Betrachtung, steigen wir wieder in die modernen Wüstenschiffe und die Karawane setzt sich langsam über die holprige Piste in Bewegung Richtung Bad Water Basin.

Unterwegs lesen wir an der Piste Hessi auf, der auf dem Bauch liegend, die Salzkristalle auf kürzeste Entfernung fotografiert. Hessi bildet mit seiner bunten Popow-Mütze und dem vielfarbigen T-Shirt einen weithin sichtbaren Farbtupfer in dieser so öden Landschaft.

Ein paar Meilen weiter südlich erreichen wir "Bad Water", stellen die Autos auf dem Parkplatz neben der Straße ab und gehen zu dem relativ kleinen Salzsee, der auch während der heißen Monate nicht austrocknet und von weißem Salz umgeben ist. Schaut man von den Ufern dieses Salzsees zurück nach Osten, so erkennt man eine weiße Markierung in der Bergkette. Sie bedeutet, dass hier der Meeresspiegel ist. Wir aber stehen am niedrigsten Punkt der westlichen Welt, nämlich 86 m unterhalb des Meeresspiegels. Der Weg zum Salzsee ist kurz.

Es ist schon ein seltsames Gefühl, am Strand eines solchen Sees nicht im Sand sondern im Salz zu stehen, welches feucht ist und an den Schuhen kleben bleibt. Am Ufer stehen nicht weit entfernt ein paar einsame Sandalen mit hineingeknüllten Wollsocken. Sie gehören Hessi, der einen kleinen Spaziergang in den See macht. Türkisfarben liegt das Wasser vor uns, gleißend weiß die Uferregionen, so dass man die Augen zu schmalen Schlitzen zusammenkneifen muss oder Schutz hinter einer Sonnenbrille sucht.
bad-water-death-valley1


Langsam bummeln wir zum Parkplatz zurück, nicht ohne ab und zu nochmals einen Blick auf den See zu werfen.

Nächstes Ziel unserer kleinen Expedition ist der Natural Bridge Canyon. Wassermassen haben während der letzten Jahrmillionen diesen Canyon ausgewaschen, teilweise die Felsen unterschnitten und große natürliche Brücken in der Formation hinterlassen, die jetzt 50 ft. (ca. 17 m) den Canyongrund überspannt. Die Erosion hat an vielen Stellen Grotten in die Canyonwände gefressen. Auch hier sind deutlich die Spuren der Wasserfälle im Fels zu erkennen.

Am Eingang des Canyon werden auf sehr eindringliche Art und Weise Instruktionen erteilt, die vor allen Dingen während der heißen Monate vorschreiben, wie sich Besucher im Canyon zu verhalten haben und was sie an Wasserrationen mit sich führen sollten.
natrual-bridge-canyon-death-valley


Wie Ameisen muten die Menschen in dieser scheinbar von Riesenhand geformten Landschaft an. Langsam steigen wir hinauf im Canyonbett rechts und links die steilen schroffen Felswände, deren Umrisse als Schatten in den Canyon fallen. Je höher wir kommen desto mehr bietet sich der Blick zurück in das Tal des Todes und auf die Berge der Sierra Nevada.

Der Canyon verengt sich und an einer Felsformation, die wie eine Kathedrale glatte Rundbögen zeigt, drehen wir um und gehen zurück.

Zabriskie Point liegt an der Strasse 190 nach Death Valley Junction, an den das Tal nach Osten begrenzenden Black Mountains. Dieser Punkt ist nach dem Leiter einer Borax-Mine benannt. Von hier aus haben wir einen herrlichen Blick auf die aufgeworfenen und erodierten gelben Hügel und Felsstrukturen. Tief eingeschnittene Felsspalten haben Figuren geformt, die auf Vorsprüngen und Abhängen stehen und Wasserfluten haben ihre sich dahinschlängelnden Abläufe zum See hin tief in die Felsen gegraben. Es ist Mittag und die Sonne beleuchtet die Felsfelder und lässt die Gelb- und Brauntöne leuchtend erscheinen.

Wir sind hier auf einer Höhe von ca. 250 m und ein leichter Wind weht von Westen über das Tal.

Weiter geht die Fahrt auf der 190. Wir biegen zur Billie Mine ab, um schließlich zu Dante's View zu kommen. Dieser Aussichtspunkt liegt auf einer Höhe von 1.669 m. Es ist empfindlich kühl und windig geworden. Das Thermometer dürfte hier oben ca. 15 - 20°C weniger anzeigen als am Bad Water Basin.
zabriskie-point-death-valley


Es ist ein Panorama wie im Märchen. Wir stehen direkt über den Salzseen von Bad Water. Die Natur war großzügig als sie mit Farbpalette und Pinsel diese großartige Landschaft in Farbe gestaltet hat. Pastellfarbtönungen und Schattierungen verzaubern diese Landschaft, die doch so karstig, unwirklich und menschenfeindlich ist. Der Südteil des Tales erscheint wie marmoriert. Wege und Pisten schlängeln sich über braune Erdflächen und weiße Salzebenen. Fast zerteilen die türkisfarbenen Salzseen das Tal. Im Norden strecken die Cottonwood Mountains und die Grapevine Mountains ihre blauviolett scheinenden sanften Abhänge bis ins Tal zu den Salzflächen. Ein grandioser Anblick. Wie mögen sich wohl die Farben im Schein der untergehenden Sonne verändern, wenn die Schatten der Berge der Sierra Nevada über das Tal nach Osten kriechen ?!

In diese schwärmerische Betrachtung schiebt sich für einige das drangvolle Bedürfnis zu "dehydrieren". Da der Parkplatz nur ungenügend Deckung gegen neugierige Blicke bietet, verschwinden einige Herren über einen kleinen Gebirgskamm hinter Felsen und leisten der Wassererosion einen, wenn auch kleinen, Vorschub. Bei den weiblichen Gruppenmitgliedern werden bei steigenden "Pegelständen" die Gesichter immer versteinerter. Jede Bodenwelle auf der Rückfahrt ist qualvoll, aber frei nach dem Motto "wenn ich drauf sitze, ist es nicht so schlimm", erreichen wir unser Hotel in Furnace Creek, wo die geplagten Geister mit Affenzahn auf ihren Zimmern verschwinden.

Eine kleine Truppe entschließt sich, die Badeanstalt in Furnace Creek aufzusuchen. Ein Schild am Zaun deklariert, dass das Schwimmbecken lediglich für 164 Personen vorgesehen ist. Nach den Menschenmassen, die dort im Wasser und auf Liegestühlen am Beckenrand versammelt sind, zu rechnen dürfte die Zahl von 200 bei weitem überschritten sein. Das Wasser ist "piwarm". Es geht gegen Abend zu und die Sonne verliert ihre wärmende Kraft. Auch der leichte Wind wird kühl und so brechen wir dann die Badetour ab. Ein Teil der Truppen versammelt sich auf dem Rasen vor den Terrassen der Hotelzimmer und bei Biertrinken, Blödeln und Lachen kommt den Freaks der Fotografie leider zu spät der Gedanke, die Dünenlandschaft im Norden des Tales in der untergehenden Sonne zu erleben. Trotzdem düsen wir mit einem Wagen um ca. 18.15 Uhr auf der Straße 190 nach Norden und erreichen im letzten Licht der untergehenden Sonne die Dünenlandschaft. Der Reiseführer sagt, dass Sonnenaufgang, Sonnenuntergang und Mondlicht für diese 14 Quadratmeilen große Areal ein dramatisches Licht liefern. Die sich verändernden Konturen und tiefen Schatten, geben einen interessanten Kontrast zu den scharf abgegrenzten Linien der Bergsilhouetten im Osten und Westen. Die Bergbarrieren, kombiniert mit den gegensätzlichen Windrichtungen, haben diese riesigen Lager von erodiertem Quarzsand davor bewahrt, aus dem Tal heraus getragen zu werden. Besucher, die am Morgen dorthin kommen, finden bei genauem Hinsehen viele Fußabdrücke und andere Spuren, die von Tieren stammen, die nachts unterwegs sind. Auch unsere Spuren sind im Sand zu sehen. Wir haben "Karl den Käfer" bei seinem Abendspaziergang beobachtet.

Die Sonne hat sich hinter die Berge zurückgezogen und färbt den Himmel orangefarben. Wir machen uns auf den Rückweg und sind rechtzeitig zum Dinner im Steak-House zurück.

Die Abendtemperaturen sind die eines lauen Sommerabends in Old Germany. Durch die unglückliche Zimmerbelegung ist die Reisegruppe in zwei Teile "zerfallen". Der Versuch, den restlichen Abend gemeinsam zu verbringen, scheitert, möglicherweise am fehlenden Gestühl. So schauen beide Gruppen getrennt den mondbeschienen Wolken nach, füllen den während des Tages verlorenen Vorrat an Flüssigkeit mit 1 - 4 Bier (oder auch mehr) wieder auf und diskutieren u.a. auch über die geheimnisvolle Hochzeit von Sigrid und Peter in Las Vegas.

Um 23.00 Uhr kehrt Nachtruhe ein (zumindest auf der einen Seite des Flures).

zurück

Australien
Australienrundreise

Down Under - eine Traumreise durch Australien mit vielen Sehenswürdigkeiten. Sydney, Queensland, Great Barrier Reef und Ayers Rock.

Dubai
Dubairundreise

Weiße Strände, Luxus-Hotels und Shopping in den großen Malls. Ein Märchen aus tausend und einer Nacht.

Kanada
Kanadarundreise

Die Nationalparks in den Rockys, der Indiansummer und Vancouver bringen ein bezauberndes Urlaubserlebnis.

USA
USA-Rundreise

Auf den Spuren der Cowboys und der Indianer auf einer Rundreise durch die Weiten des Wilden Westens.