reiseziel_USA

USA Reise - 12. Tag - Death Valley - Las Vegas

Wetter: strahlend schön, warm.

Nach dem üblichen Frühstück, bekommen gegen 9.00 Uhr auch unsere Autos etwas zu "saufen". Das alte Feuerwehrauto neben der Tankstelle ist wohl auch nur noch ein Ausstellungsstück und keinesfalls eine Sicherheitseinrichtung.

Bernd hat über Nacht einen neuen Namen bekommen. Er heißt jetzt "Doc Holiday" und dabei mag er doch gar keine Schießereien.

Gestern Abend war eigentlich Polterabend für Sigrid und Peter, aber der ist wegen "ist nicht" ausgefallen.

Andreas hat die Rechnung für seine erfolglosen Telefonversuche nach Germany bezahlt und ist ob der Rechnungshöhe in "tiefe Depressionen" gefallen.

Auf der Road 190 verlassen wir in südöstlicher Richtung Death Valley, biegen am Death Valley Junction nach Norden auf die 29/373 ab und erreichen bei Armagosa den Highway 95 nach Las Vegas.
golden-nugget-las-vegas


Kurz vor 13.30 Uhr stehen wir vor dem "Golden Nugget", bringen die Autos in die Garage und checken ein. Die Besatzung des "Lumpensammlerautos" sammelt auf einem kurzen Gang um den Block Tageseindrücke von dieser in der Nacht so schillernden Stadt. Die Stunden vor dem "Auftrieb mit Luftballonausstattung" vor dem Hochzeitszimmer von Sigrid und Peter (Zimmer 18117) vergehen mit Leutegucken am Pool, Baden oder Siesta auf dem Zimmer.

Die Fahrt nach Las Vegas war wenig aufregend. Zwischen dem Sheep Range und den Spring Mountains führt uns der Highway nach Südosten. In der Ferne tauchte die Skyline von Las Vegas im Dunst der Mittagssonne auf. Nach vor 100 Jahren war es eine kleine Mormonensiedlung. Erst nach 1945 ging es mit Las Vegas aufwärts, weil die großzügigen Gesetze des Staates Nevada das Glücksspiel erlauben. Heute besteht die Stadt aus 130.000 Einwohnern und einer lockeren Ansammlung von Buden, Wohnhäusern, Banken, Kirchen, Verwaltungsgebäuden und Restaurants sowie vielen Hotels, in denen die prächtigen, glitzernden, interessanten Shows stattfinden, für die Las Vegas berühmt ist.

Weltbekannte Spitzenstars treten oft jahrelang mit gleichem Programm auf, zweimal am Tag, abends um 20.00 Uhr in der Dinner-Show und um 23.00 Uhr in der Cocktail-Show. Auch die riesigen Spielsäle gehören zu den Hotels. Hunderte, ja Tausende von Spielautomaten, die "einarmigen Banditen" stehen in den Hallen. In den Sälen dahinter befinden sich alle Glücksspiele - vom Roulette bis zum Bakkarat - und ein spielendes Publikum von Herren im Smoking bis zu abgerissenen Gammlern, von Hausfrauen in Jeans bis Damen in großer Garderobe. Fotografieren und Filmen ist in den Spielsälen verboten, Kindern und Jugendlichen wird normalerweise der Eintritt verweigert.

Am Tag mutet Las Vegas uninteressant, langweilig und nichts sagend an. Sobald aber die Sonne hinter den Bergen im Westen versinkt und die Dunkelheit hereinbricht, gehen in Las Vegas die Lichter an und die Stadt erscheint in einem neuen, glitzernden, leuchtenden Gesicht. Im Schein der grellen Leuchtreklamen auf dem "Strip" erwacht die Stadt zu nächtlichem Leben.

Zurück zu einem ungewöhnlichen Reiseereignis: Sigrids und Peters Hochzeit. Zurück in das provisorische Hochzeitszimmer.

Kaum einer hatte so richtig mitbekommen, dass zwischen Death Valley und Las Vegas, unser sprachkundiges Script-Girl, per Telefon den Ablauf der kommenden Hochzeitszeremonie mit all den gesetzlichen Formalitäten arrangiert hatten. Ich denke es gehört schon eine Portion Unbefangenheit oder Mut oder beides dazu, ohne jegliche Sprachkenntnis in einem fremden Land heiraten zu wollen.

Schließlich steht das Hochzeitspaar in Jeanslook mit der ganzen Hochzeitsgesellschaft vor dem Hoteleingang und wartet auf die weiße "Hochzeitskutsche" in Form einer Stretch-Limousine, die das Hochzeitspaar an die Orte des Geschehens bringen soll.

Schließlich setzt sich die gesamte Fahrzeugkolonne, geschmückt mit wehenden Luftballons, in Bewegung. Der erste Halt ist an der kommunalen Meldebehörde, so eine Art Standesamt, wo die Heiratslizenz beantragt werden muss, allerdings ohne Standesbeamten und ohne Trauschein und damit staatlichen Segen. Die Formulare gibt es schon in Deutsch, die Prozedur des Ausfüllens dauert ein Weilchen und schließlich hält das Brautpaar die Lizenz und die noch unvollständige Heiratsurkunde in den Händen.

Hier in diesen Amtsstuben werden pro Jahr ca. 750.000 Heiratslizenzen ausgestellt, viele Deutsche sind darunter und so ist es nicht verwunderlich, dass die Beamtin die notwendigen und gängigen Worte des Glückwunsches in Deutsch aussprechen kann. Bei dieser Zeremonie wie auch bei dem weiteren Verlauf fungiert Wolfgang als "Hoffilmer" und ich als "Hoffotograf'.

Weiter geht die Fahrt zur "Little Chapel of Flowers". Übrigens der Fahrer des StretchCars lebt nur vom Trinkgeld, wobei das Minimum bei 40 US-$ liegt, wie die Passagiere im Passagierraum des Wagens unschwer von einem dort angebrachten, gut leserlichen Schild ablesen können.

An der Kapelle angekommen, werden Brautpaar, Trauzeugen und Haus- und Hoffotografen in das Office geleitet. Dort wird am Schalter die Heiratsurkunde vervollständigt, wobei Claudia zunächst irrtümlich als die Braut angesehen wird. Schließlich sind alle Unterschriften, auch die der Trauzeugen, auf dem Dokument verewigt. Im Hintergrund wartet eine etwas entrückt, vergeistigt und introvertiert wirkende, Talarbekleidete Dame mittleren Alters, die sich als die Predigerin herausstellt, welche die Trauzeremonie vollzieht. Claudia fungiert während der ganzen Zeit als Dolmetscherin, auch als Sigrid ihren Brautstrauß ordert. Der erste ist schon etwas welk und so bekommt sie schließlich den etwas größeren für das gleiche Geld.

Dann ist es endlich soweit.

Die Gruppe war nach der Ankunft an der Kapelle direkt in den "Raum der großen Worte" (Yes, I will) gebracht worden, hatte Platz genommen und warteten auf die Dinge, die da kommen sollten.

Mit den Klängen des Hochzeitsmarsches geht das Brautpaar durch den Mittelgang auf die Predigerin zu. Sie ist flankiert von zwei Säulen, auf denen Kerzenleuchter stehen. Die Kerzen allerdings brennen nicht, das Feuerzeug liegt unbenutzt daneben. Die Zeremonie beginnt. Die Predigerin vollzieht mit leisen, bewegten und eindringlichen Worten die Trauung. Auf die Fragen nach dem Heiratswillen der beiden Brautleute kommen schließlich doch die richtigen und entscheidenden - von Claudia soufflierten - Worte. Die Kameras surren und klicken und die Blitzlichter stören wie immer ein wenig das Geschehen. Nach dem Brautkuss und der Gratulation der Predigerin ist die Zeremonie zu Ende, die "Gemeinde" wird aus dem Seitenausgang hinauskomplimentiert und das Ehepaar verlässt auf dem Weg durch das Office das Gebäude, nachdem die weiteren notwendigen Formalitäten für die Übertragung der Urkunde in Deutschland besprochen worden sind. Draußen empfängt das Brautpaar ein Regen von Reis und die Glückwunsche aller Mitfahrenden. Langsam legt Sigrid ihre Nervosität ab und ein paar Tränen der Rührung rollen über ihre Wangen.

Auf die Frage des Fahrers, wohin die Fahrt gehen soll, entscheidet das Brautpaar als nächstes Ziel das "Mirage" und so setzt sich die Kolonne dorthin in Bewegung. Die Limousine wird entlassen und die anderen suchen Parkplätze in der Umgebung. Jeder kann seinen Abend gestalten wie er will, nachdem Treffpunkt und Zeiten für den gemeinsamen Heimweg abgesprochen sind. Die Hochzeitsfeierlichkeiten haben wir ob der horrenden Preise und wegen des Ausschlusses der Kinder in den Restaurants und Bars auf einen Abend im Zion National Parc verschoben.

Die Dunkelheit ist hereingebrochen und Las Vegas erscheint in dem gewohnten strahlenden Outfit. Überall rattern die Spielautomaten, die Dollars und Quarters klimpern in den Auswurfkästen und "Typen" flanieren über die Bürgersteige.

Der Vulkanausbruch vor dem Hotel "Mirage" ist zweifellos eine Attraktion. Das im römischen Stil erbaute "Caeser's Palace" hinterlässt einen ungeheuren Eindruck auf den Besucher. Auf einem Laufband erreicht man durch eine Art Säulenhalle den Seiteneingang zur Ladenstrasse, über der sich ein künstlicher Himmel spannt. Am Brunnen mit den sich bewegenden Figuren wird zu bestimmten Zeiten eine Imitation römischen Götterlebens in Form einer Show gezeigt.
caesers-palace-las-vegas


Während des Essens im überaus gut besuchten italienischen Restaurant erlebt man den Tageslauf der Sonne vom Aufgang bis zum Untergang. Die Geschäfte in dieser Ladenstrasse sind nur vom Feinsten und so versteht sich, dass auch die Preise vom Feinsten sind.

Nach mehrmaligem Versuch den "Palast" auf dem gleichen Wege zu verlassen auf dem ich gekommen bin, gebe ich auf und ordne mich in den Menschenstrom ein. Alle Wege führen hier in das Casino. Es ist wochentags und so sind die Spielsäle in Las Vegas nicht voll besetzt. Wie später zu erfahren ist, hat unser frischgebackener Ehemann Peter beim Hemdenkauf die Heiratsurkunde verloren. Um so glücklicher ist er, dass er sie später zurückerhält. Was für ein Gedanke ! Frisch verheiratet und ohne Trauschein ! Man stelle sich die Komplikationen vor.

Ich habe US-$ 5,50 in Quartern im "Riverboat" verspielt, nicht eben viel, aber es vermittelt einem so ein wenig ein prickelndes Gefühl vom Glücksspiel. Es macht einfach Spaß, den Menschen zuzusehen, wie sie cool und mit Leidenschaft, Hoffen und Bangen und magischem Blick die Walzen- und Computerbilder der Automaten fixieren. Es ist wohl vorstellbar, wie der Betrieb hier am Wochenende aussieht.

Zurück auf der Strasse dringt ein dumpfes Grollen vom Hotel "Mirage" herüber an unser Ohr. Alle Viertel Stunde verwandelt sich der Wasserfall vor dem Hotel unter Donnern und aufschießenden Flammen in einen Vulkan. Lodernde Schlieren fließen mit dem Wasser den Abhang hinunter in den Teich. Die Beleuchtung unter dem Wasser tut dann ihr übriges. Ein atemberaubendes Schauspiel.

In der Hotelhalle des "Mirage" ist ein Botanischer Garten integriert, mit Pavillon und zwei kleinen Restaurants bzw. Bars, kleinen Wasserfällen und Teichen. Überall plätschert es und die geschickte Illumination
strip-las-vegas1
hinterlässt bei dem Besucher ein Hauch von Exotik.

Um 23.00 Uhr blasen wir zum Rückzug. Die Fahrt den hell erleuchteten "Strip" hinunter nach Downtown zum "Golden Nugget"-Hotel dauert nur wenige Minuten. Ein Schlafttrunk an der Bar und bewahrende Hilfe bei Wolfgangs Versuch, sich in den Spielruin zu stürzen, beenden diesen Abend.

Mit den bunten Lichtern vor Augen überlassen wir uns dem Reich der Träume.

zurück

Australien
Australienrundreise

Down Under - eine Traumreise durch Australien mit vielen Sehenswürdigkeiten. Sydney, Queensland, Great Barrier Reef und Ayers Rock.

Dubai
Dubairundreise

Weiße Strände, Luxus-Hotels und Shopping in den großen Malls. Ein Märchen aus tausend und einer Nacht.

Kanada
Kanadarundreise

Die Nationalparks in den Rockys, der Indiansummer und Vancouver bringen ein bezauberndes Urlaubserlebnis.

USA
USA-Rundreise

Auf den Spuren der Cowboys und der Indianer auf einer Rundreise durch die Weiten des Wilden Westens.