reiseziel_USA

USA Reise - 15. Tag - Zion National Park - Bryce Canyon

Wetter: morgendlich kühl, später sonnig und für die Höhenlage verhältnismäßig warm, gegen Mittag Eintrübung und aufziehen von Bewölkung.

Um 6.00 Uhr schrillt das Telefon. Der Weckdienst Kevin funktioniert, wie auch schon an den Tagen zuvor, pünktlich. Kofferpacken, Einladen, Frühstücken und dann sind wir gegen 8.00 Uhr "on the road again" zum Bryce Canyon. Über Serpentinen geht die Fahrt nach Osten bergauf zum östlichen Parktor. Nach einer langen Tunneldurchfahrt erreichen wir einen Parkplatz, stellen die Autos ab und gehen die'/ Meile über den "Canyon Overlook Trail" zum "Valley View Point". Der Pfad ist halsbrecherisch, an den schmalsten Stellen wenig gesichert, Felswände überragen wie Dächer den schmalen Steig, mit Urgewalt hat der Pine Creek eine tiefe Schlucht in den Fels gegraben. Der Blick vom View Point in das Tal ist malerisch. Die Morgensonne tastet sich langsam über die Talhänge und die Berge werfen noch lange Schatten. Wie Spielzeug bewegen sich Autos auf den Serpentinen langsam bergauf.

Auch den Rückweg überstehen wir unbeschadet und sogar Renate hat den Trail tapfer beendet, worauf sie sicherlich mit Recht stolz ist.

Weiter geht die Fahrt auf der Road 9 nach Osten, wir passieren den Berg, in den Rillen eingegraben sind, so dass ein Schachbrettmuster entstand und verlassen den Park. In der Nähe von Orderville biegen wir auf die Road 89 ab, die wir am Banquitch Junction verlassen und auf der Road 12 zum Bryce Canyon fahren.

Ruby's Inn, aus der Reihe der Best Western Hotels, ist unser Ziel. Um 11.30 Uhr stehen unsere Wagen vor dem neben dem Hotel liegenden Western Store. Die Zimmer im Hotel sind noch nicht fertig und so können wir nicht einchecken. Noch strahlt die Mittagssonne vom Himmel, aber dünne, großflächige Wolkenschleier verdecken mehr und mehr das Blau.
rubys-inn-bryce-canyon


Hunger und Durst stillen wir beim Lunch im Hotel-Coffee-Shop. Beim Einchecken haben wir mittags Gelegenheit, uns in der Hotelhalle umzuschauen. Sie ist ganz aus Holz gebaut. Rohe geschälte Stämme bilden die Hauptstützen, lediglich das Tragwerk und die Binder sind aus Profilholz gefertigt, ohne dass im gesamten der Blockhauscharakter verloren geht.

So brechen wir denn kurz nach "High-Noon" auf, um den Park zu "erobern". Erstes Ziel ist der "Sunrise Point", von dem wir auf dem "Queen's Garden Trail" über den "Navajo Loop Trail" zum "Sunset Point" und zurück zum "Sunrise Point" "trailen" wollen. Inzwischen hat sich der Himmel vollends bezogen und es ist empfindlich kühl geworden. Hier, in fast 2.700 m Höhe, liegt noch viel Schnee. Die Wege sind nass und rutschig.

Am Anfang des Trails bietet sich uns ein atemberaubendes Panorama. Zusammen mit dem Zion National Park gehört der Bryce Canyon National Park zu den attraktivsten im amerikanischen Westen. Beide Parks sind märchenhaft schön, leicht zugänglich und inzwischen ja auch weltbekannt.

Wir haben den Bryce Canyon von Norden her erreicht. Der Park ist trotz seines Namens kein Canyon, der durch die Fräsarbeit eines Flusses geschaffen wurde, sondern die verwitternde Kante des so genannten "Pink Cliffs", einer zwischen 50 - 60 Mio. Jahre alten rosarot gefärbten Formation des Colorado Plateaus.

Das Gesteinsmaterial besteht aus sehr feinkörnigem und weichem Sediment, das von härterem Kalkstein und dünnen Lagen von erosionsresistenterem Schieferton und Sandstein durchsetzt ist. Wegen dieser inhomogenen Zusammensetzung verwitterte das Gestein unterschiedlich schnell, so dass die für den Bryce Canyon typischen "Hoodoos" entstanden - seltsam geformte Felszinnen, Türme und Nadeln - die den Park in einen phantastischen Irrgarten verwandeln.

Nicht nur durch seinen Formenreichtum imponiert der Bryce Canyon, auch die unterschiedlichen Farben faszinieren. Am häufigsten sind sämtliche Rotabstufungen, die durch Eisenoxide verursacht werden, Purpur- und Lilafärbungen entstehen durch Mangan. Dort, wo das Gestein helle Töne besitzt, ist das Eisen meist nur ausgewaschen.

Langsam steigen wir über den schmalen, häufig schlüpfrigen Pfad bergab, tapsen durch nassen Schnee und Schmelzwasserrinsale und bleiben immer wieder staunend vor den Jahrmillion alten Ergebnissen bildhauerischer Fähigkeiten der Natur stehen. Phantasie ist von dem Betrachter gefragt und leicht kann sich jeder dabei in seine eigene Märchenwelt versetzen.

Da, wo der Weg scheinbar nicht mehr weiter geht, ist ein Durchgang in den Fels geschlagen. Die Wege sind an manchen Stellen extrem schmal, ungesichert und die Abhänge führen steil in die Tiefe.
navajo-loop-trail-bryce-canyon


Da erscheint auf einmal vor uns das Modell des Lübecker Holstentors, hoch oben steht der "Säufer" aus einer Flasche trinkend und die Königin Victoria schaut majestätisch über diesen märchenhaften Felsengarten. Krüppelkiefern haben, sich immer wieder den Klima- und Bodenverhältnissen anpassend, ihre Wurzeln in seltsamen Windungen in den Fels getrieben, um zu überleben. Die Erdhörnchen sind hier so zahm, dass sie aus der Hand fressen und sich von uns streicheln lassen.
holsten-tor-bryce-canyon


Leider ist der "Navajo Loop Trail" zum "Sunset Point" wegen der winterlichen Bedingungen gesperrt und so müssen wir den Weg, den wir gekommen sind, wieder zurück. Der Aufstieg zum "Sunrise Point" ist noch mühsamer als der Abstieg. Claudia droht vor Kraftlosigkeit "zusammenzubrechen" und braucht die letzten 300 - 400 m eine intensive "Schiebung". Schließlich sind wir alle wieder heil beieinander. Die Sonne hatte ab und zu noch einmal durch Wolkenlöcher geschaut und ihre Strahlen über die Cliffs wandern lassen. Jetzt ist sie hinter der dicken Wolkendecke verschwunden und das Panorama des Bryce Canyon wirkt nur noch halb so schön.
view-at-bryce-canyon


Die Wagen setzen sich wieder in Bewegung und folgen der Strasse bis zum "Rainbow Point", der mit etwas über 3.000 m Höhe der höchste Aussichtspunkt ist. Hier liegt noch sehr viel Schnee, so dass das Geländer der Aussichtsplattform fast ganz verschwunden ist. "Natural Birdge", "Far View", "Bryce View" und "Inspiration Point" heißen die Punkte, von denen wir noch einen Blick in diese Zauberwelt werfen, bevor wir ins Hotel fahren.

Die Besatzung des "Lumpensammelerautos" hat als Zeichen der Anerkennung und als kleines Dankeschön für die Reiseorganisation Cludia, Wolfgang und Kevin zum Essen eingeladen und der abendliche Klönschnack mit alkoholischer Befeuchtung findet in der Kemenate Volker/Andreas statt.

Gegen 23.00 Uhr ist "Pfeifen und Lunten aus".

zurück

Australien
Australienrundreise

Down Under - eine Traumreise durch Australien mit vielen Sehenswürdigkeiten. Sydney, Queensland, Great Barrier Reef und Ayers Rock.

Dubai
Dubairundreise

Weiße Strände, Luxus-Hotels und Shopping in den großen Malls. Ein Märchen aus tausend und einer Nacht.

Kanada
Kanadarundreise

Die Nationalparks in den Rockys, der Indiansummer und Vancouver bringen ein bezauberndes Urlaubserlebnis.

USA
USA-Rundreise

Auf den Spuren der Cowboys und der Indianer auf einer Rundreise durch die Weiten des Wilden Westens.