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USA Reise - 16. Tag - Bryce Canyon - Lake Powell - Grand Canyon

Wetter: Sonnig und kalt.

Um 6.00 Uhr heißt es die müden, unausgeschlafenen Glieder aus dem Bett zu hebeln. Es ist Ostersonntag.

Packen und ein schneller Kaffee im Shop und dann geht's wieder auf die Piste. Die Stimmung im "Lumpensammlerauto" ist wie immer hervorragend, obwohl Andreas sich eine Grippe eingefangen hat.

Elke und Uwe haben die große "Eierei" aus Anlass des Osterfestes und für jeden eines dieser so wichtigen Tierprodukte abgekocht.

Bis zum Frühstück in einem Coffeeshop sind wir etwas über eine Stunde unterwegs, halten zwischendurch für einen Fotostopp im "Red Canyon", um diese intensive Rotfärbung im Licht der Morgensonne einzufangen.

Beim Frühstück passierte mir das Missgeschick, dass der Zucker nicht aus dem Zuckerspender wollte. Das gute Zureden durch klopfen auf den Tisch nahm dieses Glasgefäß übel und sprengte seinen Boden ab, so dass sich der Zucker über die Tischdecke ergoss.

Gesättigt steht die Meute an den Autos und singt - mehr oder weniger einstimmig - das Geburtstagsständchen für Renate. Lohn dafür ist eine Flasche Sekt pro Auto.

Die Fahrt geht weiter in einen sonnigen Tag Richtung Lake Powell, wo wir gegen 10.00 Uhr Ortszeit ankommen. Da in Arizona keine Sommerzeit gilt, haben wir gegenüber Utah eine Stunde gewonnen. Am Bootsverleih werden Boote für 3 Stunden gechartert, eine Prozedur längeren Ausmaßes. Aber das kennen einige von uns schon vom letzten Jahr her.
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Verabredet ist, dass wir uns am Hafen treffen und dann gemeinsam - so quasi in Kiellinie zum "Navajo Canyon" fahren wollen. Doch das Warten ist für bestimmte Menschen sehr schwer, ja fast unmöglich.

Die Einweisung beim letzten Boot verzögert sich mangels Einweiser um mehr als 25 Minuten und so sind die anderen beiden Boote schließlich außer Sichtweite, bevor das letzte den Hafen verlässt. Die Fahrt bei dieser Sonne und dem Fahrtwind ist herrlich. Leider quält sich Andreas mit seiner "weiblichen" Krankheit (Angina) herum. Wir sind im Bryce Canyon in einer Höhe von 3.000 m heute morgen bei 8 - 10°C losgefahren. Am Lake Powell, der auf einer Höhe von unter 1.000 m liegt, ist die Temperatur auf ca. 25°C gestiegen.

Die Bootsfahrt sollte für alle zu einem denkwürdigen Ereignis werden, für die einen, weil sie als Havaristen in "Seenot" gerieten, für die anderen, weil sie Jans Verständnis von "Soll und Haben" und Gebühr und Entschädigung nicht teilen konnten.

Das letzte Boot mit hatte eine ungetrübte Fahrt, bisweilen feucht für die, die "achtern" saßen. Jeder hatte Gelegenheit mal ans Ruder zu gehen und die Gase rein zuschieben bis zum Anschlag. Es war ein ungeheurer Spaß, nur Andreas konnte sich - verständlicherweise - nicht so recht wohlfühlen.

Canyons auf dem Landwege zu erleben ist großartig, auf dem Wasserwege sicherlich ein ebenso phantastisches Ereignis.

Aus dem "Navajo Canyon" machen wir uns auf den Rückweg. In der Hoffnung, dass wir die seichte Passage neben dem "Castle Rock" nehmen können, steuern wir auf die gleichnamige Insel zu. Kevin hat für eine Weile das Steuer übernommen. Erstaunlich, wie selbstverständlich Kinder mit so einem Gerät umgehen können, wenngleich auch Vaters leichte Korrekturen bisweilen das Boot auf Kurs halten.
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Bevor wir auf der Insel an Land gehen, sei hier einiges Wissenswertes über die Entstehung des Sees gesagt. Der See ist im Jahre 1964 entstanden, als der Glen Canyon Damm fertig gestellt wurde. Er staut den Colorado zu einem 290 km langen See, mit Hunderten von Seitenarmen und Verzweigungen sowie über 3.000 km Uferlinie auf. Dieses von Menschenhand geschaffene blaue Gewässer inmitten einer Wüstenlandschaft wurde in Windeseile zu einem Touristenspektakel und einem Mekka für Wassersportler, was bei seiner berückenden Schönheit kein Wunder ist. Die Tatsache aber, dass der See ein Einzugsgebiet von etwa 25 Mio. Menschen hat, die seine Ufer innerhalb eines Tages per Auto erreichen können, ist Lake Powell zu einer dramatischen Gefahr erwachsen. Der National Park Service, der für den Lake Powell zuständig ist, beschäftigt etwa 70 Ranger in diesem Gebiet, die nur die absolut notwendigen Aufgaben erfüllen können und der jährlichen Welle von rund 3 Mio. Besuchern fast hilflos entgegensehen.

Zurück zu unserer "Expedition" auf die Insel. Sanft gleitet das Boot ohne Motorkraft auf den seichten Strand. Beim Sprung vom Bugdeck des Bootes auf den Strand versinke ich durch meine Masse im Ufersand und falle dabei beinah vorwärts auf denselben. Wie im richtigen Leben bleibt eine Rumpfbesatzung zurück an Bord. Die anderen machen sich auf den Erkundungsweg am Strand entlang. Marianne hat sich von notwendigen "Geschäften" getrieben, in die seitliche, stachlige Vegetation geschlagen. Katzenspuren sind im Sand zu sehen. Nicht ohne gemischte Gefühle folgen wir diesen.

Die helle, dünne Sandschicht am Strand trügt. Kratzt man mit dem großen Zeh ungefähr 5 cm tief in diesen Sand hinein, so erscheint eine schwarze Moderschicht, die zum längeren Verweilen am Strand wenig einladend erscheint. So kehren wir nach kurzer Zeit zurück an Bord. Beim Einsteigen schleppen wir eine Menge Sand mit auf das Vordeck, was uns zum "Reinschiff' zwingt. Wir nehmen Kurs auf die seichte Passage und müssen mit Erschrecken feststellen, dass diese für den Motorbootverkehr wegen Niedrigwasser gesperrt ist. Die Zeit ist fortgeschritten und wir müssen nun den Weg zurück den wir gekommen sind. Wolfgang schiebt den Gashebel ganz nach vorne, harte Schläge der kurzen Wellen schütteln das Boot und Gicht fließt über Deck. Der Abend und Fahrtwind lässt uns ein wenig frieren. Unserem kranken Besatzungsmitglied Andreas geht es sichtlich nicht besonders gut.

Gerade noch rechtzeitig sind wir zurück im Hafen, versuchen, ohne Erfolg, zu tanken und geben das Boot schließlich unbetankt wieder ab.

Am Bootsverleih-Office empfangen uns die anderen Bootsbesatzungen und wir wundern uns über die gedrückte Stimmung.

Was war passiert?! Das Boot mit Jan am Steuer hatte nach einer Stunde "Seetörn" Motorschaden. Nur mit Hilfe eines Amerikaners mit seiner Yacht gelingt es, einen Monteur herbeizurufen. Auch dieser bringt den Motor nicht wieder in Gang. Schließlich fahren Jan und seine Besatzung mit dem Boot des Monteurs zurück zum Hafen. Im Office angekommen, verlangt Jan die hinterlegte Kaution zurück und verteilt sie an seine Besatzungsmitglieder. Er hat nur leider übersehen, dass die Kaution von anderen hinterlegt worden ist. In den kommenden Stunden bedarf es einiger Überzeugungskraft von verschiedenen Seiten, Jan dazu zu bringen, die vermeintliche Entschädigung wieder einzusammeln und an die rechtmäßigen Eigentümer zurückzugeben. Verständlich also, dass ob des merkwürdigen Verhaltens bei den meisten der Gruppe einige Irritationen entstehen, ganz besonders bei Elke, die fast drei Stunden an der Abrechnung dieses "Vergnügens" sitzt und mit Recht sauer ist.

Offensichtlich hat das dritte Boot doch einige vergnügliche Stunden verlebt. Als Highlights werden erzählt, dass Sigrid bei dem Versuch, sich außenbords zu entleeren auf den Bootsmotor "gepischt" hat und später mit Peter auf der Insel "Castle Rock" nackt baden waren.

Zur Kaffeezeit (15.30 Uhr) rollen die Autos wieder. Ziel ist der Glen-Staudamm. Während die meisten im Information Center einiges über die Entstehung des Staudamms erfahren.

Claudia und Wolfgang fahren unterdessen weiter nach Page, um im Cowboy-Steakhouse Plätze zum Dinner zu ordern. Es wird so ein richtig schönes Steakessen. Die riesigen Fleischscheiben hängen teilweise ein wenig über den Tellerrand und die Salatbar ist - wie immer - einladend. Während manche noch am Kauen sind, versuchen sich andere im Freien neben dem Restaurant im Hufeisenwerfen.

1 1/2 Stunden später sind wir wieder auf der Strasse. Der Tag neigt sich dem Abend zu und wir müssen uns sputen, um noch einigermaßen in der Zeit am Grand Canyon anzukommen. Mit einer kurzen PP (Pinkelpause) gelingt uns das auch. Die Dunkelheit ist mittlerweile hereingebrochen und die kurze Fahrt vom Junction zu den Lodges erscheint ein bisschen geisterhaft unheimlich. Eingecheckt ist schnell und die Koffer sind auch ebenso schnell auf dem Zimmer. Nach so einem langen Tag ist der Schlummertrunk Autobesatzungsweise sehr willkommen.

Die fortgeschrittene Zeit mahnt gegen 23.00 Uhr zum Schlafengehen, denn wir wollen am nächsten Morgen ein paar hundert Meter in den Canyon hinabsteigen.

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