USA Reise - 19. Tag - Phoenix - Los Angeles
Wetter: sonnig und warm.Wir haben einen langen Trail vor uns und deswegen heißt es wieder früh aus den Betten. Als wir gegen 7.30 Uhr nach Los Angeles abfahren wollen, vermisst Jan sein Portemonnaie. Es beginnt das große Suchen ! Bald liegen alle Koffer der Familie offen hinter dem Auto auf der Strasse. Jan ist reichlich konfus und er eilt schließlich nach vorn zur Rezeption, um zu telefonieren und die Kreditkarte sperren zu lassen. Mittlerweile hat Irmchen nochmals nachgesucht und findet das "vermisste Ding" in der Hosentasche von Jans Hose, die er am Vorabend getragen hat.
Claudia ist mittlerweile zur Rezeption gefahren, um Morgenkaffee zu schlürfen, wie wir anderen vermuteten. Gegen 8.00 Uhr kommt sie zurück und fordert zum Aufbruch auf mit dem Hinweis, dass sie die Gruppe ausgecheckt habe.
Die Kolonne setzt sich dann endlich gegen 8.00 Uhr in Bewegung. Es ist nicht einfach, im morgendlichen Verkehr - wie auch später auf der Interstate - beieinander zu bleiben. So überschreiten wir als "Lumpensammlerfahrzeug" ständig die Höchstgeschwindigkeit, um dranzu bleiben. Nicht verwunderlich, dass es während der kurzen Pausen beim Fahrerwechsel ärgerliche Worte an die Adresse des Fahrers im Führungsfahrzeug gibt.

Zum Frühstück waren wir nach etwa 1 1/2 Stunden Fahrt in einen echten Truckerstopp am Highway eingekehrt. Da standen sie die lack- und chromblitzenden "Ungetüme der Landstrasse", einer schöner als der andere. Urige Gestalten, Männlein sowie Weiblein oder auch Paare, entstiegen den Fahrerhäusern, die von der Instrumentenanordnung eher einem Flugzeug-Cockpit ähneln. Röhrend und aus den über Fahrerhaushöhe gezogenen Auspuffrohren qualmend kamen sie vorgefahren, hielten exakt in den auf dem Pflaster aufgemalten Parkboxen, verstummten; andere starteten, die Motoren brüllten auf, die Verschlussdeckel der Auspuffrohre flatterten im Abgasstrom und langsam, fast majestätisch, setzten sich die "Ungetüme" nach der kurzen Rast ihrer "Driver" wieder in Bewegung.
Es ist Nachmittag geworden und wir kommen in der Rushhour nach Los Angeles. Über die Interstate 10, den Hollywood Boulevard und den Sunset Boulevard erreichen wir unsere heutiges Domizil, das "Hyatt Hotel". Die Zimmer sind ok und nach dem langen Tag und 560 km schmeckt ein Ankunftsbier aus der Dose nicht schlecht. Mit ein bisschen Quatschen über den Tag und einen Sprung in den Dach-Swimmingpool entspannt. Von der Dachterrasse des Hotels hat man einen herrlichen Rundblick über das Los Angeles in der Abendsonne.

Gegen 19.00 Uhr bringt Wolfgang die gesamte Crew in Etappen zu "Barney's Beanery", wo wir zu Abend essen wollen. Gemäß der Zeitschrift "Holiday" ist dieses urige Restaurant ein Geheimtipp für gutes Essen in zünftiger Atmosphäre. Ganz so einfach ist es offensichtlich für die Bedienung nicht, mit so einer großen Gruppe aufzukreuzen. Sie hat Probleme mit den "separate bills" und später auch mit der Rechnungshöhe. Während wir unsere Salate, Pizzas und Nudelgerichte "verdrücken", wird im vorderen Teil des Lokals kräftig Billard gespielt. Bei der Bezahlung gibt es ein weiteres geringfügiges Problem: Der Wirt nimmt keine Traveller Cheques. Offensichtlich hat er, wie er auch bestätigt, schlechte Erfahrungen mit Fälschungen gemacht.
Gegen 21.30 Uhr sind wir - teils zu Fuß, teils mit Wolfgang-Taxi - im Hotel zurück. Den ersten Schlaftrunk genehmigen wir uns in der Hotelbar, der zweite folgt dann auf dem Zimmer.
Mittlerweile greift der "Schnüff" um sich. Andreas, Claudia und auch ich haben mehr oder weniger davon abbekommen.
Der nächste Tag hat schon fast begonnen als wir die Bettdecke über die Ohren ziehen.
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