USA Reise - 4. Tag - Fahrt auf dem California Highway No. 1 nach San Simeon
Wetter: zunächst bewölkt und kühl, später sonnig, Temperaturen 15 - 22°CDer Tag der Abreise aus Los Angeles ist heran gebrochen. Gegen 6.00 Uhr haben sich alle - mehr oder weniger wach und feurig - aus den Federn gequält.
Kurz vor 8.00 Uhr heißt es Autos beladen und tanken. Elke als "Finanzministerin" bezahlt für die drei an verschiedenen Zapfsäulen tankenden Autos. Bei dem Pre-PayVerfahren und der überforderten Tankstellentante sicherlich kein leichtes Unterfangen.
Kurz danach sind wir auf der California No. 1 und fahren nach Norden.
Mittlerweile lacht die Sonne vom blauen, leicht bewölkten Himmel und wir sind guter Dinge. Das ist sicherlich auch nicht verwunderlich, denn die Küstenstrasse Highway No.1 zwischen San Francisco und San Diego gilt als ein Paradies mit Kurven. Sie wird als Strasse der Strassen, als westlichste Route des verklärten Westens angesehen. Den Highway fährt nur, wer dem kalifornischen Mythos auf der Spur ist und die nötige Zeit dazu hat. Er schlängelt sich um die Gebirgsausläufer am Ozean entlang. Nichts für eilige Fahrer, die nur ihr Ziel vor Augen haben. Eher schon eine Magical Mistery-Tour.
Es gab Zeiten, in denen der Highway wirklich gebraucht wurde. Als "camino real" war die Strecke Handelsweg von Mexiko nach Norden. Dann diente sie als Trail der Goldsucher, später als heimlicher Weg für illegal eingeschiffte Chinesen und - während der Prohibition - als Route für geschmuggelten Schnaps.
Die Strasse führt uns direkt am J. Paul Getty Museum vorbei, auf dessen Besichtigung wir aber - aufgrund des ausgedehnten Tagesprogramms - verzichten. Die Strasse taucht hinab an die Buchten, schlängelt sich hinauf in die Uferhügel um an das Steilufer zurückzukehren. Sie zerschneidet Felsen, verlässt für kurze Zeit die Küste, um Ortschaften im Landesinneren zu verbinden und kehrt doch wieder zurück an das Wasser. Ruhig ist die See und die sanften Wellen rollen auf breiter Front über die Strände und Klippen. Die von der Gischt benetzten Felsen glitzern im Sonnenlicht und bei geöffneten Autofenstern kann man bisweilen das Rauschen des Meeres hören. Kurze Fotostopps lassen ein Genießen dieser Szenerie kaum zu. Kurz vor 10.00 Uhr erreichen wir die Santa Barbara Mission an der Laguna/Oliva Street.
Im Jahre 1786 wurde die Missionsstation Santa Barbara gegründet. Aus ihr entwickelte sich ein spanisch-mexikanisches Städtchen und schließlich eine große amerikanische Stadt. Heute gilt die "Queen of the Missions", die Königin der Missionen, mit ihren gepflegten weißen Gebäuden als Hauptsehenswürdigkeit von Santa Barbara. Die Missionskirche bietet vom Turm einen weiten Blick über die Stadt und den Pazifik, aber auch in die Berge des Santa-Ynez-Gebirges. In der Innenstadt sind noch viele spanischmexikanische Häuser, darunter der Sitz des Kommandanten Jose de la Guerra von 1827 und das in spanisch-maurischem Stil erbaute Gerichtsgebäude "Santa Barbara County Court House" zu sehen. Alles stammt aus der Zeit, da Kalifornien noch eine mexikanische Provinz war. Die ersten Nordamerikaner, die in diese Gegend kamen, waren Händler aus Neu-England, die Häute und Talg kauften. Am Weihnachtstag des Jahres 1846 fiel die Stadt kampflos an die Amerikaner.
Ein Spaziergang durch die Missionsgebäude und die Missionskirche sowie durch den Garten vermitteln einen Eindruck von dem Leben in der Blütezeit der Missionen. Besonders schön sind die handgefertigten Dachpfannen. Diese Tonpfannen wurden ursprünglich auf dem Oberschenkel geformt. Das Dach ist mit Pfannenreihen eingedeckt, deren offene Seite nach oben zeigt. Die Nahtstellen zwischen den Reihen sind mit Pfannen abgedeckt, deren offene Seite nach unten zeigt.
Besonders bleibt von unserem Besuch eine Szenerie in Erinnerung, in der ein fettleibiger Amerikaner in schmutzigem Shirt, Boxershorts und typischer Mütze mit Hilfe von Halogenlampen Videoaufnahmen in der Kirche macht und seine Begleiterin (möglicherweise Assistentin in allen Lebenslagen) sich grell schminkend dabeisteht. Die stille und andächtige Atmosphäre dieser schönen Kirche ist natürlich hin.
Gegen 10.30 Uhr sind wir wieder auf der Piste, streben weiter nach Norden und erreichen um die Mittagszeit Lomboc. Der Reiseführer sagt von dieser Stadt, dass sie in einem fruchtbaren Ta! liegt und dass man von ihr aus die Mission Purisima erreichen kann, die etwa 3 Meilen entfernt im hügeligen Weideland liegt.
Wir machen nur einen kurzen Halt an der Post und bevölkern dann Pepe's mexikanisches Restaurant. Taco, Chips mit der bekannt scharfen Soße und ein Glas Marguaritha machen so richtig Appetit für den Hauptgang.

Weiter geht's gegen 14.00 Uhr über San Louis Obisco an den Pismo Beach. Der Spaziergang bei Wind und Sonne am Strand entlang tut uns allen gut. Wer sich zu nahe an das Wasser wagt, muss sich nicht wundern, wenn er auf einmal nass bis an die Knie ist. So ist es Peter, dem Bräutigam, ergangen. Die kleinen Strandläufer rennen hinter den ablaufenden Wellen her und suchen mit ihren langen Schnäbeln im nassen Sand nach Futter.
Wir wissen nicht, was Elke sucht ?! Auf jeden Fall steht sie mit hochgekrempelter Hose und Schuhen in der Hand bis zu den Knien im Wasser und guckt auf das Meer hinaus.
Eine halbe Stunden später sind wir "on the road again". Unser nächstes Ziel ist die Morro Bay. Von oberhalb der Steilküste im Süden bietet sich uns ein herrliches Panorama. Die Nachmittagssonne taucht Felsen, Küstenstreifen und grüne Uferregionen in ein warmes Licht. Die äsenden Rehe im Unterholz lassen sich durch unsere Anwesenheit überhaupt nicht stören. Wir fahren um die Morro Bay herum zum Hafen und genießen den Sonnenuntergang bei einem heißen Trunk auf der Terrasse eines Cafes.
Es ist empfindlich kühl geworden und wir machen uns wieder auf die "Socken", um nach San Simeon zu kommen. Die Sonne ist in dem Dunststreifen über dem Meer verschwunden und die Dunkelheit hereingebrochen als wir so gegen 19.00 Uhr im Hotel einchecken, das direkt am Highway No. 1 liegt. Das Abendessen im Restaurant nebenan ist teuer und da die Helden müde sind, verschwinden alle ziemlich schnell in ihren Zimmern.
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