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USA Reise - 6. Tag - San Francisco

Wetter: wolkig bis heiter, kühl und windig.

Die Morgensonne hat sich ihren Weg durch die Wolkenfelder am Himmel gebahnt und begleitet Bernd und mich auf einer ersten Runde um den Häuserblock, bevor sich gegen 8.00 Uhr die Truppe zum Frühstück einfindet. Der Frühstücksraum ist am Ende eines Hotelganges im Parterre eingerichtet. An beiden Gangseiten stehen kleine Tische, an denen 2-3 Personen Platz nehmen können. Das Buffet finden wir an der Stirnseite des Ganges. Das Continental Breakfast ist zwar auch hier nicht eben feudal, aber es ist immerhin besser als das in Santa Monica.

Der Verkehr hat auf den Straßen in den Häuserschluchten erheblich zugenommen, als wir endlich auf Schusters Rappen die Hyde Street zunächst hinauf und dann hinunter gehen. Der erste Versuch, ein Cable-Car Richtung Fisherman's Wharf zu entern misslingt und so stiefeln wir weiter.

San Francisco ist stolz darauf, die Stadt zu sein, die von Europa am weitesten entfernt ist und doch als die europäischste der USA gilt. Hier leistet man sich den Luxus ausgezeichneter Buchhandlungen, eines gepflegten Geschmacks in der Kleidung und ganz unamerikanischer Altertümelei. Bestes Beispiel ist das Cable-Car, die alte Straßenbahn, die an Seilen die steilen Hügel der Stadt empor gezogen wird. Eigentlich ist sie ein Museumsstück. Aber die Bewohner der Stadt weigern sich hartnäckig, sie durch modernere Verkehrsmittel zu ersetzen. Aber nicht nur europäisch ist es hier. Auch fernöstliches findet man sehr ausgeprägt und unverfälscht. Es gibt ein japanisches Viertel und eine Chinesenstadt. Die ist weit bunter und chinesischer als etwa die Chinatown New Yorks.

San Francisco ist so liebenswert, dass einem auch der Nebel nicht stört, der hier und da aufkommt. Er baut sich über dem Stillen Ozean zusammen. Aber meist liegt er ganz brav als Nebelbank dicht über dem Wasser vor der Golden Gate.

Immerhin ist dieser Nebel schuld daran, dass es die Stadt San Francisco erst seit 1776 gibt. Die Spanier hatten die Möglichkeit, die sich hier bot, glatt übersehen. Immer wenn sie von San Diego aus - und zwar schon seit der Mitte des 16. Jahrhunderts - an der pazifischen Küste entlang nach Norden segelten, lag dort jene Nebelbank. Sie überdeckte wie ein Theatervorhang die Einfahrt in die heutige San Francisco Bay. Das ist auch heute noch oft so. Es dauerte 200 Jahre, bis das erste spanische Schiff - unter seinem Kapitän De Ayala - die Einfahrt durch das Golden Gate, das Goldene Tor, in die Bay entdeckte.

Das war 1775. Schon 1776 - am 29. Juni - gründete der eifrige spanische Missionar Pater Junipero Serra die Mission San Francisco de Asis. Die Spanier indessen, die nicht nur die Indianer missionieren, sondern diesen neu entdeckten sichersten Hafen am Pazifik schützen wollten, bauten einen Militärposten an der Nordspitze der Halbinsel. Das war auch nötig, denn von Norden kamen Engländer und Russen: Jäger, Händler und Forscher. Die Russen legten sogar 1812 hundert Kilometer nördlich von San Francisco das Fort Ross an. Als aber in jener Gegend die Fischotter ausgerottet waren, verloren sie das Interesse. Als sie feststellten, dass es dort Gold gab, war es schon zu spät; da hatten sie das Fort bereits an einen geschäftstüchtigen Schweizer verkauft.

Aber auch die Spanier verloren ihren Besitz. 1821 wurde Kalifornien mexikanisch. Dann wollten es die Amerikaner kaufen, doch die Mexikaner gaben es nicht her. So griffen die USA zu einem bewährten Mittel: Sie machten ein wenig Krieg. Am 9. Juli 1846 hißten sie in dem kleinen kalifornischen Flecken Yerba Buena, der in der Nähe von Pater Serras Mission entstanden war, die amerikanische Flagge. Yerba Buena heißt "Gutes Kraut" oder "Minze" und das war den Amerikanern nicht fein genug. So taufte man das Nest 1847 um und nannte es, weil das besser klang, nach Pater Serras Franziskaner-Mission San Francisco.

Das war die Geburt einer Weltstadt - vor weniger als 150 Jahren. Aber sicher wäre San Francisco nie viel größer geworden als es damals war, hätte man nicht ein Jahr später in der Nähe Gold entdeckt. Die Hälfte der paar Hundert Einwohner von San Francisco, meist Bauern, rannte davon - dem Gold nach. Aus den USA, aus Europa und Asien rückten Zehntausende in das Dorf nach. Über 40.000 kamen allein im Jahre 1849.

Mit dem Goldrausch, der bis 1851 ungebrochen anhielt, kam in wenigen Jahren über eine Viertel Million Menschen an die Küste. So etwas tut keiner Stadt gut. San Francisco geriet in seine unrühmlichste Periode, in Luxus und Laster. Bald nannte man sie die "Sündige Stadt". Als der Goldrausch nachließ, legte San Francisco die Jugendsünden ab und wurde eine erwachsene Stadt ohne ihren Charme zu verlieren. Noble Hotels und namhafte Theater entstanden, Opernhäuser und Parks. Schriftsteller, Maler, Musiker und Bildhauer kamen haufenweise in die lebenslustige Stadt. So ging es bis zum 17.04.1906. Enrico Caruso sang Carmen "Ich liebe Dich!". Beifall tobte durch San Franciscos Opernhaus.

Am anderen Morgen, früh um 5.13 Uhr, dachte niemand mehr an Carmen und Caruso. Die Erde bebte. 512 Häuserblocks mit 30.000 Häusern stürzten ein und wurden bei den anschließenden tagelangen Bränden zerstört. 80 % der Stadt sanken in Schutt und Asche. Aus den Trümmern entstand innerhalb von 5 Jahren ein neues San Francisco. Die Atmosphäre wird bewusst provinziell gehalten. Man sah bereits viele stadtplanerische Fehler anderer großer Städte und wollte sie nicht nachmachen.
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Aus der Vergangenheit zurück in die Gegenwart. Wir haben mittlerweile die knapp 2 Kilometer bis zur Lombard Street hinter uns gebracht und stehen am Beginn des Teils dieser Straße, der berühmt ist. Steil führt sie in wilden Haarnadelkurven vom Berg hinunter in den tiefer gelegenen Teil der Stadt. Von hier oben öffnet sich ein sehr schöner Ausblick nach Osten auf den Telegraph Hill mit dem Coit Memorial Tower und die San Francisco Bay. Wir klettern neben der Straße über Treppen den blumengeschmückten Hang hinunter und gehen bis zur Kreuzung der Lombard Street mit der Leavenworth Street. Hier biegen wir nach Norden ab und haben die Hyde Street Pier direkt vor uns. Weiter führt uns der Weg an Fisherman's Wharf vorbei zum Pier 43, von wo die Schiffe nach Alcatraz fahren.

"Fisherman's Wharf'“ heißt wörtlich übersetzt "Kai der Fischer". Außer einigen Fischersleuten trifft man hier auf Gammler, Musikanten, Maler, Plakatträger, Snobs, Marktschreier, Nichtstuer, Restaurants, einen romantischen Hafen, Spezialitätengeschäfte, Modeläden, Kunstgalerien,. Boutiquen, einen Flohmarkt und tausend Gerüche. Fisherman's Wharf ist eine Kombination aus Montmatre, Neapels Santa Lucia, dem uralten Hafen von Marseille und einem Rummelplatz. Am Pier 43 teilt sich die Gruppe. Zwölf Leutchen checken ein für Alcatraz, die anderen gehen ihre eigenen Wege. Die Überfahrt mit Schiffen der rot-weißen Flotte dauert 10 Minuten bis zum Kai der Gefängnis-Insel.

Zwei Kilometer nördlich der Stadt liegt in der San Francisco Bay die ehemalige Gefängnis-Insel Alcatraz Island. Spanier gaben ihr den Namen: Isla de Los Alcatraces, was soviel heißt wie "Insel der Pelikane". 1885 wurde die Insel befestigt, diente später als Militärgefängnis und von 1934 bis 1963 als Zuchthaus. Hier sperrten die Amerikaner ihre größten Verbrecher ein. Auch Al Capone saß in Alcatraz. Heute sind Insel und Gefängnis ein interessantes Ausflugsziel.
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Frei nach dem Motto "Eine Seefahrt, die ist lustig" schippern wir bei leicht kräuseligem Wasser in die San Francisco Bay hinaus zur Gefängnis-Insel. Die Sonne meint es gut mit uns und trotzdem ist es windig und kühl, so dass man einen Pullover und eine Windjacke gut vertragen kann. Ein Blick zurück eröffnet uns das weite Panorama der Skyline und lässt Einblicke in die von Norden nach Süden verlaufenden Häuserschluchten zu. Bevor wir am Festland abgelegt haben, sind wir selbstverständlich fotografiert worden. Diese Bilder sind bei unserer Rückankunft für relativ viel Geld zu erwerben.

Wir legen im Hafen am Pier in der Nähe der Wohnungen des Gefängnispersonals an und die Touristen strömen über die Gangway an Land, werden von einem Ranger begrüßt und in die Besonderheiten der Insel eingewiesen. Von hier aus beginnt der Aufstieg zum eigentlichen Gefängnis. Vorbei an den Häuserruinen des Offiziersclubs führt der Weg hinauf zum Zellenkomplex, der zu damaliger Zeit als der sicherste der Welt galt. Beim Eingang erhalten wir ein Audio-Programm in deutscher Sprache, mit dessen

Hilfe wir durch die einzelnen Zellenblöcke und sonstigen Räumlichkeiten des Zellenkomplexes geführt werden und etwas über die traurigen Berühmtheiten, die hier eingesessen haben, erfahren. So werden besonders einige Tatsachen über die Jahre als bundesstaatliches Hochsicherheitsgefängnis (1934 - 1963) genannt.
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Von den 4 1/2 Jahren, die Al Capone auf Alcatraz verbrachte, lebte er zwei Jahre in einer Krankenhaus-Isolierzelle.

Ein anderer berühmter Gefangener war Robert Stroud, genannt der "Vogelmensch". Den Spitznamen erhielt er, weil er Kanarienvögel im Leavenworth Staatsgefängnis hatte, jedoch niemals in Alcatraz. Sein wirklicher Spitzname war "Vogeldoktor des Leavenworth".
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Das Fassungsvermögen des Zellenkomplexes war niemals voll ausgelastet. Die durchschnittliche Belegung lag bei 260 Insassen und die Höchstanzahl der Insassen betrug 302, wobei insgesamt 336 umgebaute Zellen zur Verfügung standen.

Es gab fünf Selbstmorde und acht Morde, jedoch keine Hinrichtungen. Die Gefangenen blieben in Alcatraz im Durchschnitt 8 - 10 Jahre, bis sie nicht mehr als gefährlich oder unerziehbar eingestuft wurden. In der Zeit von 1934 bis 1963 unternahmen 36 Gefangene Fluchtversuche. Zwei von diesen Männern entkamen in die Freiheit, doch fand man sie innerhalb von einer Stunde wieder auf. Fünf Gefangene gelten bis heute noch als vermisst. Diese fünf hat man niemals gefangen und ihre Leichen wurden nie gefunden. Man nimmt an, dass sie ertrunken sind.
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Strenge Sicherheits-maßnahmen und die natürlichen Bedingungen hinderten die Gefangenen an den Fluchtversuchen. Dazu gehörten: kalte Wassertemperaturen in der Bucht von 7 - 10°C, Strömungen von 6 - 12 km/h, sechs Wachtürme, ausbruchssichere Gitterstäbe, Stacheldrahtzäune und Metalldetektoren, eine relativ geringe Anzahl von Insassen, die von einem Gefängnisaufseher pro drei Gefangenen streng bewacht wurden und die Zählung der Gefangenen in häufigen Abständen jeden Tag,

Auf Alcatraz gab es keine weiblichen Aufseher oder Gefangene. Frauen und Kinder auf der Insel gehörten zu den Familien der Gefängnisaufseher. Das Hochsicherheitsgefängnis wurde am 21. März 1963 geschlossen, weil die Betriebskosten des Inselzuchthauses, der allmähliche Verfall der Gebäude und das Fehlen eines formellen Rehabilitationsprogramms sowie der dadurch hervorgerufene wirtschaftliche und politische Druck dazu beitrugen.

Es muss schwer für diese Gefangenen gewesen sein, das Festland so dicht vor Augen zu haben und doch so weit davon entfernt zu sein. Manch sehnsüchtiger Blick wird während der täglichen Rundgänge zur Skyline, der Golden Gate Bridge und zu den Ufern der San Francisco Bay geschweift sein.
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Am Ende des Durchgangs durch den Zeilenblock ist noch Zeit genug, ein bisschen auszuruhen und das Gehörte und Gesehene zu verarbeiten.

Langsam schlendern wir zurück zum Kai und der Dampfer setzt uns gegen 13.30 Uhr wieder am Pier 43 ab.

Die bei Beginn der Überfahrt gemachten Fotos sind eine Erinnerung an einen eindrucksvollen Vormittag auf einer Knastinsel.

Ein paar Schritte weiter nach Osten die Strasse entlang beginnt Pier 39, ein Pier der früher zum Fischereihafen gehörte. Der Fischereihafen ist vor vielen Jahren weiter in die Bay hineinverlegt worden. Auf Pier 39 ist eine Touristenattraktion entstanden, die aus vielen Shops und Restaurants besteht und welche die Form einer Ladenstrasse hat.

Der Magen hat sich gerührt, aber für einen ausgedehnten Lunch fehlt das gemütliche Sitzen in der Sonne. So bleibt es bei einem sparsamen Fast-Food-Lunch mit anschließendem Espresso.
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Wir spazieren die Laden-strasse entlang. Ein Laden voll gestopft mit Süßigkeiten und Likören, Blumeninseln, deren Container aus ehemaligen Fässern bestehen, einem Stand mit "fresh baked pretzels", urig in der Aufmachung, phantasievoll kitschig. Wir machen Halt am San Francisco sock market und die Ladies kaufen für Michael zum Geburtstag ein Paar ganz spezielle Socken dort. Ich habe nie gewusst, dass ein Geschäft sich nur von dem Verkauf von Strümpfen über Wasser halten kann. Ein ausgedehnter Blick in eine Galerie, in der alle Formen von Bildern und Fotografien, Plakaten und Postkarten zu kaufen sind.

Zwischendurch hat Kevin mal eine Runde auf dem Karussell mitten auf der Pier gedreht. Am Ende des Pier steigt uns ein scharfer Gestank in die Nase. Verursacher dieser üblen Gerüche sind Hunderte von Seehunden, die auf Pontons zwischen dem Pier 39 und Pier 41 in der Sonne liegen und dösen. Eine interessante Sache, jedoch kaum einladend zu einem längeren Verweilen.
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Auf dem Rückweg können einige von uns nicht am Eisladen vorbei.

Um 15.00 Uhr sind die zwölf "Alcatrazianer" wieder beisammen und treten, leicht angemüdet, das Pflaster Richtung Cable-Car-Station. Wir sehen wie die ankommende "Straßenbahn" auf der Drehscheibe von Hand gedreht wird, um denselben Weg wieder zurückzufahren, den sie gekommen ist. Buchstäblich am Seil zieht sich die Bahn die steilen Strassen hinauf und der Fahrer leistet fürwahr körperliche Schwerstarbeit in der Bedienung der groß dimensionierten Hebel für Bremse und Seilklemme. Es ist ein Vergnügen draußen. auf dem Trittbrett zu hängen und die Strasse entlang zu schauen und sich gemächlich, ja beinah gemütlich durch die "Strassen von San Francisco" ziehen zu lassen.

Erfinder und Konstrukteur der Cable Cars war der in London geborene Ingenieur Andrew S. Hallidie. Er sollte den auf den steilen Strassen von San Francisco für Pferde schwierigen Lasttransport durch den Bau eines leistungsfähigeren Verkehrsmittels erleichtern. Der selbst antriebslose Kabelwagen wird mit Hilfe eines Greifers (crip) an einen in einem Führungskanal unter der Straßenoberfläche zwischen den Schienen verlaufendes endloses Stahlzugseil angehängt und lässt sich den steilen Berg hinaufziehen (Steigung bis 21 %). An den bei jedem Häuserblock befindlichen Haltestellen und bei Linienkreuzungen lässt der Greifer das Seil los, um sich bei der Weiterfahrt bzw. nach einer Linienkreuzung wieder anzuhängen. Durch vier starke Bremsen ist die Sicherheit bei der Talfahrt gewährleistet (Fahrtgeschwindigkeit des immer Vorfahrt besitzenden Wagens stets 9 1/2 miles/hour bzw. 15 km/h). An den Endstationen wenden Wagenführer (cripman) und Schaffner (conductor) gemeinsam - oft unter Beteiligung der Fahrgäste - den Wagen auf einer Drehscheibe (turn table). Die erste Strecke wurde 1873 eröffnet. Im Jahre1880 waren acht Linien mit einer Gesamtlänge von 180 km in Betrieb. Heute bestehen nur noch drei, insgesamt 17 km lange Linien. Seit 1964 stehen sie unter Denkmalschutz.

In der Station an der Taylor Street sind wir zugestiegen und fahren hinauf bis zur California Street, steigen um in die California-Street-Linie, die uns bis vor das Hochhaus der Bank of America bringt. Im 52. Stock nehmen wir unseren "Feierabend-Cocktail" und genießen das beeindruckende Panorama der San Francisco Bay und den Schiffsverkehr im Licht der Nachmittagssonne.
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In den etwa 1 1/2 Stunden bei "Bloody Mary", "Gin Tonic", "Whisky on the rocks" und "Juice punch" wird diese Szenerie hoch über den Dächern von San Francisco noch beschaulicher. Alle die zwischenzeitlich die Örtchen dieses "Clubs" besucht haben, schwärmen von der Exklusivität und Ausstattung dieser "Bedürfnisanstalten". Es sind Toiletten vom Feinsten, mit goldenen Wasserhähnen, ausgesuchten Parfums, Frotteetüchern, Kämmen usw. usw.. Man muss schon einen sehr starken Drang verspüren, um sich ohne Hemmungen auf die "Schüsseln" zu setzen.
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Der Tag neigt sich dem Ende zu und eine deutliche Leere in der Magengegend macht sich bemerkbar. So sausen wir mit dem Fahrstuhl wieder dem Straßenpflaster entgegen und streben einem Restaurant in China-Town zu.

Die Laternen sind in den Straßenschluchten angegangen, das letzte fahle Sonnenlicht spiegelt sich in den Glasfassaden eines Hotels und die hell erleuchteten Schaufenster der illustren Geschäfte laden zum window-shopping ein. In einem Restaurant finden wir mit 13 Personen an einem runden Tisch Platz und essen eine Palette von Speisen, die auf einer Drehplatte in der Mitte des Tisches serviert wird. Wir haben außerordentlich viel Spaß bei diesem Essen, wenngleich es vom Eingang her barbarisch zieht. Um 19.30 Uhr machen wir uns auf die Socken und benutzen die gut 1 1/2 km bis zum Hotel als Verdauungsspaziergang.
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Den Absacker des Abends (Dosenbier) verabreichen wir uns bei Wolfgang, telefonieren mit der Autoverleihfirma DOLLAR, um Wolfgangs Auto wegen der aufgetretenen Bremsprobleme tauschen zu können, was am Abend des nächsten Tages möglich ist. Nebenbei fertigen wir Geburtstagskarten für Angela und Willi aus, indem Claudia die Texte schreibt und wir, durch die zweite Dose Bier im Handgelenk gelockert, unseren Namenszug darunter setzen. Nach dem dritten Bier ist aber nun endgültig Schluss und wir zwitschern ab in die Heia. Es ist mittlerweile 22.30 Uhr, die Beine vom Laufen schwer und die Kondition ist auch dementsprechend angeschlagen. Gute Nacht und schöne Träume.

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