USA Reise - 7. Tag - Rundtour durch San Francisco
Wetter: wolkig uns sonnig, zunächst windig, später recht warm Marlene hat heute Geburtstag!So kommen wir heute in unserem Hotel-Gang-Frühstücks-Restaurant zu einem Sektfrühstück. Wir stoßen auf Marlenes Wohl mit Papp- und Styroporbechern an und damit hat der Tag gut begonnen.
Zur gewohnten Zeit, gegen 8.00 Uhr, sind wir auf der Achse. Die grobe Richtung zeigt nach Sausalito und um dort hinzukommen müssen wir über die Golden Gate Bridge nach Norden.
Zunächst aber rollen wir über den Express Way und die Scott Street zum Alamo Square, wo wunderschöne Häuser aus der viktorianischen Zeit mit der Skyline von San Francisco im Hintergrund einen eindrucksvollen Kontrast bilden.

Weiter geht's über die Steiner Street und Market Street zu den Twin Peaks. Das ist der Aussichtsberg von San Francisco. Eine breite Strasse führt auf die 275 und 277 m hohen Zwillingsgipfel. Der Ausblick von dort oben, besonders nach Nordosten auf Downtown von San Francisco, ist außerordentlich beeindruckend. An diesem Morgen kämpft sich die Sonne durch den Dunstschleier, der über der Bay liegt.
Noch sind die Konturen der Häuser im Licht und Schatten scharf gezeichnet und die Wolkenkratzer recken sich aus den Straßenschluchten in den Himmel. San Francisco scheint noch zu schlafen, denn von hier oben ist noch nicht viel von der Betriebsamkeit und Hektik einer Großstadt zu sehen und zu spüren. Nachdem bei einigen der Kaufrausch nach T-Shirts und Sweatshirts befriedigt ist, rollen wir über die Seventh Avenue und den Laguna Honda Boulevard zum Golden Gate Park, machen Station am Konservatorium ohne es zu besichtigen. Wir genießen lediglich für eine Weile diesen Teil des Parks und natürlich werden Eindrücke davon auf Film und Video eingefangen.
Vor 100 Jahren erstreckte sich hier noch eine leere Dünenlandschaft. Aus ihr machten die Leute von San Francisco einen der schönsten Parks der USA. 800 m breit, über 5 km lang. Mehr als 5.000 verschiedene Pflanzenarten wachsen in dieser großartigen Gartenanlage. In Gehegen kann man einige der typischen amerikanischen Tierarten - darunter Wapiti-Hirsche und Bisons - kennen lernen. Durch den Park führen Fahrstrassen (bei denen das Tempo auf 32 km/h begrenzt ist), Reit- und Wanderwege. Aber man findet nicht nur Flora und Fauna, sondern - im östlichen Teil des Parks - eine Reihe interessanter Museen. Die kilometerlangen Rasenflächen und Wege beginnen am Ozean und ziehen sich an Seen vorbei durch Wälder mit Redwood- und Eukalyptusbäumen.
Am Parkausgang erreichen wir wieder den Highway No. 1, der hier Park Presidio Boulevard heißt. Auf ihm rollen unsere vier "Transport-Container" Richtung Norden durch den Stadtteil Presidio zur Golden Gate Bridge und machen dort an der Südseite einen Stopp, um etwas über die Entstehung dieser Brücke zu erfahren.

Goldenes Tor heißt die Meerenge, die den Pazifischen Ozean mit der Bucht von San Francisco verbindet - Golden Gate. Sie wird seit 1937 von der Golden Gate-Brücke in 67 m Höhe überspannt. Das großartige Brückenbauwerk ist 2.739 m lang, 1.281 m misst der freihängende Hauptteil der Brücke. Die gewaltigen Brückenpfeiler sind 227 m hoch. Zuweilen sieht man trotz aller Größe nichts von ihr. Nebelwolken verdecken an vielen Tagen des Jahres den Blick auf die ganze Golden Gate Bridge. Sie entstehen durch starke Sonneneinstrahlung auf dem Pazifik, werden vom Westwind gegen die bergige Küste getrieben und zwängen sich durch das Goldene Tor in die San Francisco Bay. Die Fahrt über die Brücke in Richtung Norden ist gebührenfrei, in der Gegenrichtung muss ein Brückenzoll entrichtet werden. Die gesamte Brückenkonstruktion hängt an zwei Hauptseilen, die einen Durchmesser von 924 mm haben und aus 27.572 Einzelseilen bestehen. Das Gewicht des Hauptdrahtseiles, der Hängeseile und der Verbindungsteile beträgt 24.500 t. Die gesamte Konstruktion wiegt schätzungsweise 83.000 t. Die Anzahl der Fahrspuren beträgt 6.

Es ist ein imponierendes Bauwerk und ein Beispiel für menschliche Baukunst und harmonischer Gestaltung.
Einige von uns sind so bis zu einem 1/2 Kilometer auf die Brücke gegangen und genießen den Blick zurück auf die Skyline von San Francisco in der Morgensonne.
Schließlich entern wir wieder unsere fahrbaren Untersätze und reihen uns ein in den Verkehrsfluss über die Golden Gate Brücke Richtung Sausalito. Mittlerweile meldet sich auch der Magen wieder und verlangt nach Auffüllung. Wir machen im Hafen Halt und kurze Zeit später sitzt die Truppe auf der Bürgersteigkante vor dem Fast-Food-Laden, mehr oder weniger hastig essend und schmatzend und in die Sonne blinzelnd. Zur Verdauung schließt sich ein Gang durch den Hausboothafen an, der aber fast ohne Wasser ist. Die Hausboote, die mit viel Phantasie und außerordentlich unterschiedlichen architektonischen Formen dort verankert sind, liegen größtenteils auf Schlick. Zusammen mit den Villen am hügeligen Ufer und den Segelschiffen in der Marina bilden sie eine kontrastreiche Idylle. Ursprünglich war hier ein Hafen für Walfänger und andere Handelsschiffe.

Mit frisch gefüllten Kühlcontainern geht es weiter gegen 13.00 Uhr nach Norden. Der nächste Halt ist am Muir Woods National Monument. Dies ist einer der schönsten Redwood-Haine - ein mehr als 2 km2 großer Wald aus riesigen Bäumen ("Sequoia Sempervirens" heißen sie bei den Botanikern). Viele der schlanken Stämme erreichen eine Höhe von über 70 m. Ihr Stammdurchmesser beträgt bis zu 4 m. Sie sind also nicht ganz so mächtig wie die Mammutbäume der Sierra Nevada, aber eben groß genug.
Ein Spaziergang auf dem Rundkurs durch diesen Redwood-Wald ist ein Erlebnis für sich. Die Sonnenstrahlen erreichen nur vereinzelt durch diese Riesenbäume den Erdboden und zeichnen lustige helle Flecken auf Stämme und Wege. Es ist kühl, feucht und ein wenig moderig, der Weg schlüpfrig. Ein heißer Kaffee am Ende unseres Rundgangs belebt die Geister für neue Taten.
Unser nächstes Ziel ist die Pt. Reyes National Sea Shore. Auf dem Weg dorthin haben die Fußlahmen Gelegenheit, ihre müden Füße in den Brandungswellen des Pazifik zu kühlen. Mittlerweile hat sich der Himmel bezogen und nur ab und zu wirft die Sonne ihr fahles Licht auf die Uferregionen.
Die Pt. Reyes National Sea Shore - wörtlich übersetzt: "Staatliche Meeresküste" - liegt auf einer Halbinsel, die in den Pazifischen Ozean hineinragt. In der 260 qkm großen Dünen- und Lagunenlandschaft leben über 300 verschiedene Vogel- und mehr als 70 andere Tierarten. Außerdem findet man nahezu alle für Nord- und Südkalifornien typischen Nadelbäume. Von Februar bis Juni blüht hier alles. Fast 130 km Wander- und Fahrradwege ziehen sich durch das Gebiet. An dieser Halbinsel landeten Briten 41 Jahre früher als die Pilger in Plymouth. Im Jahre 1579 warf Sir Francis Drake hier Anker und nahm das Land für die britische Krone in Besitz, aber das Mutterland kümmerte sich nicht weiter um den Westen des neu entdeckten Kontinents. In Pt. Reyes endet die San Andreas-Verwerfung, die für das verheerende Erdbeben von 1906 und andere Beben (zuletzt Oktober 1989), die San Francisco heimsuchten, verantwortlich ist. Vom Bear Valley Visitor Center beginnt ein etwa 1 km langer, so genannter Erdbebenweg, auf dem man seismographische Beweise für die Erdbewegungen erkunden kann, so z.B. zwei Teile eines Zauns, die vor dem Erdbeben eine Einheit bildeten und nun 5 m aus der Flucht stehen. Wir gehen diesen Weg und informieren uns was war, was ist und was in vielen Jahrhunderten voraussichtlich passieren wird. Nach den Voraussagen der Wissenschaftler wird sich Kalifornien vom Festland abtrennen. Schautafeln, die am Weg stehen, zeigen anschaulich die Entwicklung dieser Region bezüglich der Erdbebengefährdung. Ein Teil der Bäume ist mit langen Fasersträngen behangen, die im Abendwind sanft auswehen. Wir kommen an die Stelle, wo ein Teil des Andreas-Grabens mit blauen Pflöcken ausgeflockt ist. Diese Trasse geht direkt durch ein landwirtschaftliches Gehöft. Natürlich finden wir auch den Zaun, der um 15 Fuß durch Erdbebenbewegungen versetzt wurde.
Der Tag neigt sich dem Ende zu und wir machen uns auf den Rückweg, fahren auf die Ostseite über Berkeley und Oakland nach San Francisco zurück. Auf der OaklandBridge angekommen überflutet die untergehende Sonne die Bay mit einem glutroten Schimmer, ein phantastischer Anblick, den die Fahrer der Autos leider nicht sehr genießen können, da wir in die Rushhour hineingeraten sind,
Der Tag war lang und die Helden sind müde als wir so gegen 18.30 Uhr das Hotel erreichen und die Wagen in der Garage geparkt sind. Im Foyer gibt es noch die "Befehlsausgabe" für morgen. Jeder sucht sich eine Möglichkeit zum Abendessen, irgendwo in einem Restaurant an der Ecke. Michael, Wolfgang und ich steigen in den Wagen mit der lädierten Bremse und fahren zum San Francisco Airport, um das Auto zu tauschen. Der Tausch geht völlig ohne Komplikationen über die Bühne, keine Prüfung und Abnahmen von wegen Benzinstand und so. Als wir so kurz vor 22.00 Uhr zurück sind hat die Hotelbar auf und wir nehmen dort noch ein bis zwei Absacker (eiskaltes Bier ohne Schaum).
Nachdem auch die Chronistenpflicht noch erfüllt worden ist, gehen so gegen Mitternacht die Sehschlitze zu.
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